Vollbeschäftigung: So finden Sie trotzdem die richtigen Mitarbeiter

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sabato 10 febbraio 2018

Obwohl sich bereits eine Mehrheit darüber einig ist, dass sich nun auch in Südtirol ein Wandel vom Arbeitgeber- zum Arbeitnehmermarkt vollzogen hat, so gibt es dennoch immer noch das eine oder andere Unternehmen, welches dies (noch) nicht so richtig wahrhaben will. Sie sind nämlich nach wie vor der Meinung, dass „ihre Bereitschaft einen Job zu vergeben“ ausreichen würde, um Mitarbeiter zu gewinnen. Ganz das Gegenteil ist der Fall! Heute sind es vielfach die Arbeitgeber, welche sich bei den Arbeitnehmern bewerben müssen. Unternehmen erwarten sich von ihren Kandidaten, dass sich diese für das jeweilige Vorstellungsgespräch gut vorbereiten, d.h. sich im Vorfeld detailliert informieren und neben einem professionellen Lebenslauf, Zeugnisse, Bescheinigungen, Referenzen oder andere Informationen zur Verfügung stellen obwohl sie aber selber bei denjenigen, bei denen sie sich bewerben, nicht annähernd so professionell auftreten, wie sie es von ihren Bewerbern erwarten. Was vielleicht in einem ersten Moment banal klingen mag, hat in Wirklichkeit einschneidende Auswirkungen auf die Personalpolitik der Unternehmen.

Je stärker die Nachfrage, umso höher steigt der Preis! In einer „Boomregion“ wie Südtirol, ist damit längst nicht mehr nur die Vergütung gemeint. Auf Arbeitsmärkten mit großem Stellenüberhang sind es nämlich die Arbeitnehmer, welche die Wahlmöglichkeiten in der Hand halten. Und diese entscheiden immer mehr nach ihren eigenen Kriterien: Wer bietet mir das Paket, das perfekt zu meiner persönlichen Lebensplanung passt? Für Unternehmen, welche jahrzehntelang gewohnt waren, in einer Vergabeposition zu sein, bedeutet dies eine gewaltige Herausforderung. Und alle Zugeständnisse, welche man im Kampf um die besten Talente macht, wirken sich direkt auf die bestehende Unternehmenskultur aus. In diesem Zusammenhang wir immer öfter von Employer Branding gesprochen. Dabei werden interne wie externe Spezialisten beauftragt, aus dem Unternehmen einen attraktiven Arbeitgeber zu machen. Aber aufgepasst! Dabei geht es nicht darum, die aktuelle Unternehmenskultur in einem etwas besseren Licht erscheinen zu lassen, um auf die Schnelle den einen oder anderen Kandidaten zu ködern. Das kann nämlich mächtig in die Hose gehen; bestimmte Informationen machen nämlich schneller die Runde als man vielleicht vermuten möchte. Es lohnt sich also nicht, Kandidaten etwas zu versprechen, was man nicht halten kann. Die Gesamtkosten eines Rekrutierungsprozesses sind einfach zu hoch, als dass sich das Risiko lohnen würde, den Kandidaten bzw. neuen Mitarbeiter aufgrund falscher Versprechungen nach kurzer Zeit wieder zu verlieren.

Was macht eigentlich eine „gute Unternehmenskultur“ aus? Obwohl es zwischen den einzelnen Branchen oft auch bedeutende Unterschiede gibt, kann man dennoch behaupten, dass sowohl Respekt als auch Wertschätzung der Führungsmannschaft, deren Fähigkeit zur Selbstkritik aber auch eine entsprechende Kultur des gegenseitigen Vertrauens eine wichtige allgemeine Basis dafür bilden, Mitarbeiter des Unternehmens auf gemeinsame Unternehmensziele einzuschwören. Das kann aber nur mit ganz gezielten Investitionen im Personalbereich gelingen.  Wer immer noch der Meinung ist, genau in diesem Bereich sparen zu können oder zu müssen, der trifft eine grobe Fehleinschätzung. Leider wird noch in zu vielen auch Südtiroler Unternehmen die Personalabteilung oder aber die Personaler im Allgemeinen zu stark als „Verwalter“ und viel zu wenig als strategische wie kreative Gestalter wahrgenommen. Für diese strategisch außerordentlich wichtige Tätigkeit, bedarf es aber der besten Köpfe im Unternehmen.

Im Digitalzeitalter muss man sich zudem auf neue Arten der Kommunikation mit seinem Kunden einstellen. Zudem sollte man sich damit abfinden, dass eine Kontrolle über bestimmte Zielgruppen, mehr und mehr verloren geht. Eine authentische, lineare und aussagekräftige Kommunikation wird aber auch in Zukunft seine Wichtigkeit beibehalten. Potenzielle Kandidaten wollen ein möglichst klares Bild über Visionen und Werte des Unternehmens, ihren neuen Kollegen oder aber Aufgaben gewinnen. Wer als Arbeitgeber kein (klares!) Profil hat, der darf sich auch keine Kandidaten mit Profil erwarten.



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