Sind Sie zu einem Nebenjob gezwungen?

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sabato 9 febbraio 2013

In der Wirtschaftskrise werden die Zusatzausgaben für viele schmerzhaft: Lohnausgleich, Kurzarbeit, kein Weihnachtsgeld, außerdem werden im Januar viele Rechnungen fällig. Zusätzliches Einkommen bringt ein Nebenjob. Auch immer mehr Südtiroler müssen neben ihrer hauptberuflichen Tätigkeit einen Nebenjob annehmen, da sie sonst mit ihrem Einkommen nicht überleben könnten. Ob eine Tätigkeit in der Gastronomie, im Direktvertrieb oder der Raumpflege, immer mehr Arbeitnehmer sind auf Nebentätigkeiten angewiesen und können ohne diese nicht überleben. Jedoch muss dafür das nähere Umfeld Verständnis zeigen, denn ein Nebenjob bedeutet Einschränkungen, er zwingt noch härter und länger zu arbeiten. Aber nicht immer steht „nur“ das Geld im Vordergrund. So mancher Arbeitnehmer erhofft sich im Nebenjob, welchen er ausübt, mehr Verantwortung, oft aber auch Selbstverwirklichung.

Aber wann und wie viel darf man nebenher überhaupt arbeiten? Kann der Chef seinen Arbeitnehmern die Arbeit neben der Arbeit verbieten? Nach dem Grundgesetz wird jedem Arbeitnehmer das Recht auf freie Berufsausübung zugesprochen. Das beinhaltet auch die Freiheit, eine oder mehrere Nebentätigkeiten auszuüben. Jedoch muss der Hauptarbeitgeber in der Regel vorher noch nur informiert werden. In vielen Arbeitsverträgen findet dies explizit bereits Erwähnung. Wer also einer Nebentätigkeit nachkommen möchte, sollte einen Blick in seinen Arbeitsvertrag werfen und nachsehen, ob diese Frage in einer Klausel geklärt ist. Grundsätzlich hat also jeder Arbeitnehmer das Recht, neben dem Hauptjob noch einen Nebenjob auszuführen. Was Sie in Ihrer Freizeit machen, also nach Feierabend Ihres eigentlichen Hauptjobs, das ist ganz allein Ihre Sache und darf kein Kündigungsgrund sein, geschweige denn untersagt werden. Sie müssen sich den Nebenjob auch nicht immer vom Arbeitgeber genehmigen lassen. Der Arbeitgeber kann jedoch, z.B. im Arbeitsvertrag, verlangen, darüber informiert zu werden, wenn Sie neben dem Hauptjob noch einer weiteren Tätigkeit nachgehen. Gleiches gilt für alle, die nebenberuflich auf selbständiger Basis noch ein paar Euro dazuverdienen. Verbieten darf der Arbeitgeber den Nebenjob nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen.

Der Hauptarbeitgeber kann die Ausübung eines Nebenjobs dann verbieten, sollte dadurch die Leistungsfähigkeit im Hauptjob wesentlich eingeschränkt werden: Durch nächtliches Taxifahren sind Sie so übermüdet, dass Sie untertags im Hauptjob kaum noch die Augen aufbekommen. Oder Sie bieten ihre Arbeitsleistung einem Konkurrenz-Unternehmen an, d.h. den gleichen Job, den Sie im Hauptjob ausüben, machen Sie nebenberuflich bei einem Konkurrenzbetrieb. Auch ist es nicht möglich, sich nebenberuflich selbständig zu machen und als Selbständiger dieselbe Dienstleistung wie der Hauptarbeitgeber anzubieten. Strittig ist die Situation, wenn während der Urlaubszeit vom Hauptjob einem Nebenjob nachgegangen wird. Die Urlaubszeit sollte nämlich ausschließlich zur Erholung dienen. Arbeiten Sie trotzdem, ist dies „eine Erwerbstätigkeit, die eigentlich dem Urlaubszweck widerspricht". Dass ein Mitarbeiten im Nebenjob keinen illegalen Tätigkeiten oder Schwarzarbeit nachgehen darf, das versteht sich von selbst.

 

Obwohl der Arbeitgeber den Nebenjob nicht verbieten kann, so lange nicht oben genannte Voraussetzungen gegeben sind, empfiehlt es sich, ihn über den Nebenjob zu informieren. Schnell kann es sonst zu Missverständnissen kommen, wenn er zufällig von Nebentätigkeiten erfährt. Es wäre nicht sinnvoll, wenn die Stimmung zwischen Ihnen und Ihrem Chef so stark darunter leidet, dass der Hauptjob zur unerträglichen Belastung, anstatt zur finanziellen Haupteinnahmequelle wird.