"Sicherheit geht über alles"!

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sabato 12 luglio 2014

Der Arbeitsplatz stellt für die meisten Menschen die Grundlage für ihre wirtschaftliche Existenz dar. Obwohl die Wirtschaftslage in Südtirol im Gegensatz zum restlichen Italien und so manchem südeuropäischen Land recht stabil ist, werden offensichtlich auch bei uns Mitarbeiter von Existenzängsten geplagt. Und dies trotz einer relativ geringen Arbeitslosigkeit. Die starken wirtschaftlichen Schwankungen und die Krisen der letzten Jahre haben auch hierzulande tiefe Spuren hinterlassen.

Die Schulden- und Wirtschaftskrise in Europa schlägt somit auch auf das Gemüt der Südtiroler. Dass ihr Arbeitsplatz sicher ist, ist die wichtigste Erwartungshaltung, die Südtiroler Beschäftigte mit einem Job verbinden. Danach folgen Kriterien wie ein gutes Betriebsklima und ein gutes Einkommen. Weitere wichtige Punkte für den "idealen Beruf" sind den Südtirolern, dass die erbrachten Leistungen honoriert werden und dass sie möglichst selbstständig arbeiten können. Selbstverständlich soll der Job auch gute  Aufstiegsmöglichkeiten und Möglichkeiten zur Entfaltung bieten. Aber am allerwichtigsten ist den Mitarbeitern, dass das Unternehmen, ihr Arbeitgeber, Löhne und Gehälter regelmäßig bezahlt und damit ihre Grundbedürfnisse sicherstellt. Waren  Karrieremöglichkeiten noch vor wenigen Jahren für einen Großteil der Beschäftigten eine der Prioritäten, so sind diese in ihrer Bedeutung klar nach hinten gerutscht.

Dieses gestiegene Sicherheitsbedürfnis zeigt sich auch bei den wichtigsten Kriterien, einer Firma treu zu bleiben. Der Toptreiber für die Mitarbeiterbindung ist das „längerfristige“ sichere Einkommen. Prämien, Beteiligungen oder langfristige Anreize haben deutlich an Bedeutung verloren. Unmittelbare Auswirkung hat das gestiegene Sicherheitsbedürfnis somit auch auf die Bereitschaft seitens der Arbeitnehmer, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Wenige sind bereit, ein „Risiko“ einzugehen. Wenn nichts „Außergewöhnliches“ im Unternehmen passiert, dieses verlässlich Lohn oder Gehalt auf das Konto überweist, so ziehen es die meisten vor, vorerst ruhig zu bleiben und abzuwarten. Mitarbeiter machen sich letzthin immer mehr Gedanken zu ihrem Arbeitgeber und beginnen dessen „Seriosität“ immer mehr zu schätzen.

Auf bestehende Arbeitsverhältnisse hat die Krise freilich Auswirkungen – umso glücklicher können sich jene schätzen, die mit ihrer aktuellen Arbeitssituation hinsichtlich Jobsicherheit, Jobzufriedenheit sowie Gehalt einverstanden sind. Denn eine rasche Änderung oder Entspannung der Situation erwarten sich nur wenige, da sich für viele die Wirtschaftskrise zur Dauerkrise entwickelt hat. Für manche steht hierbei zudem die Angst eines noch bevorstehenden, größeren Crashes im Raum. Ähnlich wird die Lage auch in benachbarten Ländern eingeschätzt, nur im stark betroffenen Spanien ist die Mehrheit der Meinung, das Schlimmste bereits überstanden zu haben.

Sicherheit schafft ein bequemes Polster, auf dem sich gut schlafen lässt. Laut so manchen Experten ist es daher auch nur zu verständlich, dass viele Beschäftigte danach streben. Niemand sitze gerne auf dem Schleudersitz. Andererseits sind sie aber auch der Meinung, dass sich das menschliche Gehirn mit unsicheren Situationen gar nicht so unwohl fühlen würde: „Glücksgefühle beschleichen uns gerne, wenn wir Neues und Überraschendes erleben“. Scheinbar haben sich viele Südtiroler in den vergangenen Jahren stärker an Unsicherheiten gewöhnt, als ihnen bewusst ist. Ihnen ist klar, dass ihr Arbeitsvertrag nicht bis zur Rente gehen kann.



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