Sich im Job unterfordert fühlen!

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sabato 12 gennaio 2013

Stundenlang im Internet surfen, mit Freunden aus der ganzen Welt chatten, endlose Mittagspausen, munteres Plaudern mit Arbeitskollegen – die Vorstellung vom süßen Nichtstun bei der Arbeit klingt sehr verlockend. Doch was auf den ersten Blick attraktiv klingen mag, entpuppt sich in Tat und Wahrheit als großes Problem. Wochenlanges „Däumchen drehen“ und „Arbeitsstunden absitzen“ führt zu großer Unzufriedenheit. Nicht nur Stress bzw. Überforderung sondern auch Unterforderung und Langeweile im Job können krank machen.

Stress im Job ist nicht gesund. Noch schlimmer ist es aber, wenn der Druck am Arbeitsplatz zunimmt, weil man sich unterfordert fühlt. Auch jeder vierte Südtiroler ist davon betroffen. Sich fehl am Platz fühlen, völlig unterfordert sein, kein Vertrauen seitens des Chefs/Vorgesetzten genießen, da kann das Selbstwertgefühl, da kann die Motivation nur sinken. Aus Langeweile entsteht Lustlosigkeit, denn warum soll man überhaupt noch arbeiten, wenn man sich langweilt und gar nicht mehr weiß, was man noch arbeiten soll? Und auch wer unterfordert ist, ist unglücklich, weil er ständig das Gefühl hat, dass er eigentlich viel mehr leisten kann, als er tatsächlich tut.

Allen Ursachen gemein ist, dass der Betroffene unglücklich ist, sich fehl am Platz fühlt und den Sinn der Arbeit vermisst. Denn wer nicht arbeitet, leistet auch nichts, worauf er oder seine Mitmenschen und Kollegen stolz sein könnten. Anerkennung gibt es also keine, weder für die Arbeit, noch für die Person. Zwar sind die Symptome von Burnout und Boreout oft die gleichen, doch während Burnout zu einem gesellschaftlich “anerkannten” Leiden geworden ist, trauen sich die meisten Boreout-Betroffenen nicht, über ihre Probleme zu sprechen. Denn was soll man schon von jemandem halten, der krank wird, weil er nichts tut?

Doch wie entsteht Unterforderung? Eine entsprechende Studie hat ergeben: Unternehmer und Top-Manager gehen davon aus, dass zwei Prozent ihrer einfachen Angestellten gerne mehr Verantwortung hätten. Fragt man die Angestellten, so wünschen sich aber 60 Prozent von ihnen eine anspruchsvollere Aufgabe. Hinzu kommt, dass Vorgesetzte zu wenig Zeit haben, die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter kennenzulernen und ihnen Rechnung zu tragen.?Der Mitarbeiter empfindet dies als fehlende Anerkennung – einer der häufigsten Stressfaktoren. Nicht zuletzt spielt aber auch die wachsende Erwartung an den Job eine Rolle. Unsere Arbeit soll viele Wünsche erfüllen: Geld, Karriere, Selbstverwirklichung, Spaß, soziales Netz.?Warum aber ist Unterforderung genauso schlimm wie Überforderung? Bei leistungsorientierten Menschen, und so sehen sich heute die meisten, ist Unterforderung sehr belastend. Sie signalisiert fehlende Wertschätzung. Betroffene fühlen sich wie unsichtbar, wie nicht existent. Wenn Engagement und Ideen nicht mehr gefragt sind, ist dies extrem demotivierend. Es entsteht, wie bei Menschen, die überlastet sind, eine sehr große emotionale Anspannung.

Was sich fast kurios anhört, wird jedoch für Betroffene schnell zu einer wirklich unbefriedigenden Situation. Es ist anstrengend und wenig zufriedenstellend, seine Energie dafür einzusetzen, um zu lügen und einen Schein aufrechtzuerhalten. Die Mitarbeiter sind aber oft zutiefst unglücklich und fühlen sich in ihrem Job fehl am Platz.

Bemerkt man an sich selbst Symptome eines Boreouts, dann sollte man sofort das Gespräch mit dem Chef oder Vorgesetzten suchen. Denn oft reichen schon neue Aufgabengebiete und neue Herausforderungen, um diese Situation deutlich zu verbessern. Nützt alles nichts, so hilft oft nur mehr ein Job-, eventuell sogar ein kompletter Branchenwechsel. Denn oft kann nur auf diese Weise ein glückliches Lebensgefühl wieder zurückgewonnen werden.