"Hinterfragen statt schmollen"

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sabato 8 agosto 2015

Immer wieder kommt es vor, dass Arbeitnehmer unterschiedlichster Ebenen ihre Kündigung einreichen. Arbeitgeber oder Führungskraft reagieren in dieser Situation oft ganz unterschiedlich: Die einen ziehen sich schmollend zurück und ignorieren von diesem Moment an ganz bewusst diesen Mitarbeiten, andere wiederum suchen das Gespräch, um die Beweggründe für diese Entscheidung zu eruieren.

In den meisten Fällen wird die Kündigung eines Mitarbeiters einfach hingenommen, nur in den seltensten Fällen genauer hinterfragt. Möchte ein Unternehmen dazulernen, sollte es aber genau das tun. Richtig geführte Austrittsgespräche sind ein wertvolles Personalentwicklungsinstrument, auch wenn sich dieses unseren Breiten noch nicht so richtig etabliert hat.

Die Gründe, warum jemand seinen Arbeitgeber verlässt, können vielfältig sein: Zu wenig Geld, schlechtes Arbeitsklima, nervige Kollegen, cholerische Chefs, fehlende Karriereperspektiven oder andere Gründe, die man als Arbeitgeber nicht immer erfährt oder hinterfragt. 

Werden Austrittsgespräche systematisch und kontinuierlich geführt, ausgewertet und dann Erkenntnisse auch effektiv in Maßnahmen umgesetzt, haben sie einen hohen Stellenwert. Austrittsgespräche bieten eine oft einmalige Chance, die leider nur wenige Unternehmen wahrnehmen: „Mitarbeiter, die selbst kündigen, haben nichts oder weniger zu verlieren. Daher erfährt man eher etwas über Verbesserungsmöglichkeiten und Schwierigkeiten im Unternehmen, als von bestehenden Arbeitnehmern!“ Sie gestatten das Eruieren von Schwachpunkten oder gar Missständen im Unternehmen und bilden eine gute und authentische Grundlage für Maßnahmen insbesondere im Bereich Senkung von Fluktuationsquoten und Verbesserung der Mitarbeiterzufriedenheit und Mitarbeiterbindung. 

Für die Unternehmen machen Austrittsgespräche übrigens nur Sinn, wenn z.B. kritisches Feedback analysiert und dann in konkreten Maßnahmen mündet, d.h. Mängel bzw. Defizite auch behoben werden. Ein Beispiel: Geht aus Austrittsgesprächen hervor, dass immer wieder eine Führungskraft wegen ihrem „besonderen“ Führungsstils im Zentrum der Kritik steht oder im Unternehmen sehr oft zu viele Überstunden geleistet werden müssen und diese eine Belastung darstellen, so muss ein Unternehmen nach einer sorgfältigen Analyse handeln und Gegenmaßnahmen ergreifen. Werden Austrittsgespräche als Alibi-Übungen gehandhabt und haben keine Veränderungen zur Folge, so kann man ebenso gut darauf verzichten. Mitarbeiter sind immer auch Imageträger und beeinflussen das Employer Branding stärker als angenommen. Jede austretende Person trägt ein Image, ein Bild, eine Meinung über das Unternehmen nach außen und empfiehlt oder rät zuweilen gar davon ab. Auch Einträge in Arbeitgeber-Bewertungsplattformen werden immer häufiger gemacht. Dies betrifft Mitarbeitende, welche kündigen, Pensionierte, die in den Ruhestand treten, befristete Angestellte, Personen in Ausbildung und Trainees und aber auch Mitarbeiter, die ein Unternehmen bereits nach der Probezeit wieder verlassen. Ein Arbeitgeber sollte bestrebt sein und größtes Interesse haben, zu erfahren, was diese verschiedenen Mitarbeiter über das Unternehmen denken.

Wird das Austrittsgespräch als Personalentwicklungsinstrument sinnvoll eingesetzt, so kann Mitarbeiterbindung verstärkt, -fluktuation reduziert und durch ein verbessertes Arbeitsklima die Produktivität und ebenso die Arbeitgeber-Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt erhöht werden. Doch auch positive, von austretenden Mitarbeitern besonders geschätzte Arbeitgeber-Stärken, können verbessert und ausgebaut oder in der Kommunikation gegen innen und außen häufiger und überzeugender verwendet werden.

Allerdings darf man von Austrittsgesprächen auch nicht zu viel erwarten und muss Aussagen oft relativieren. Es sind oft Momentaufnahmen, welche Trends erkennen und in Erfahrung bringen lassen, wo man ansetzen kann bzw. entgegenwirken muss. Denn oft scheuen sich Mitarbeiter auch vor negativen Konsequenzen auf Referenzen und Arbeitszeugnisse und sind deshalb dann doch zurückhaltend und in deren Äußerungen vorsichtig.



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