"Der Sprung in die Selbstständigkeit"

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sabato 9 luglio 2016

Es ist Sonntagabend und wieder plagen einen die Gedanken an den kommenden Montag. Der Job ist stressig und der eigene Chef trifft Entscheidungen, die oft nicht nachvollziehbar sind. Auch mit den Kollegen will es nicht so richtig funktionieren. Vieles würde man so gerne ganz anders machen. Wie schön wäre es, endlich frei zu sein! Viele gute Ideen sind schon lange vorhanden, was fehlt, ist lediglich der letzte entscheidende Schritt, um endlich sein eigener Herr zu sein. Aber ist das alles so einfach wie es klingt? Um böse Überraschungen zu vermeiden, sollte man sich selbst vor diesem entscheidenden Schritt einige wenige aber sehr wichtige Fragen ganz ehrlich beantworten. Die entsprechenden Antworten stellen nämlich die Basis einer eventuellen erfolgreichen Selbständigkeit dar.

Eine der ersten Fragen muss dabei jene sein, ob hinter der gewünschten Selbständigkeit ein echter „Gründungswille“ steht oder ob ich im Moment unter einer starken Jobverdrossenheit leide. Besteht wirklich der starke Wunsch auch tatsächlich selbständig zu sein, oder verspüre ich lediglich Lust auf einen neuen Job, auf einen „Tapetenwechsel“? Wer ausschließlich aus Verdruss im momentanen Job in die Selbständigkeit wechselt, der beraubt sich der „mächtigsten Waffe“ im Kampf ums Überleben als Unternehmensgründer: der unbedingte Wille, sein Unternehmen zum Erfolg zu führen. Wer nämlich diesen Willen, diese starke Grundmotivation nicht mitbringt, der wird wahrscheinlich die „sicheren“ Durststrecken nicht überleben. Und der Weg ist meistens sehr, sehr steinig, davon können viele Gründer bzw. Selbständige ein Lied singen.

Eine weitere Frage, beschäftigt sich mit einem positiven Ausstieg aus dem bestehenden Arbeitsverhältnis: Wie gehe ich bei meiner Kündigung am besten vor, ohne verbrannte Erde zu hinterlassen? Warum eigentlich? Der aktuelle Arbeitgeber könnte vielleicht sogar hilfreich für die Gründung sein, wer weiß, vielleicht sogar ein erster Kunde. Aus diesem Grund ist es sicherlich sehr hilfreich, einen eventuellen Übergabe-Prozess sauber abzuwickeln und selbstverständlich auch die eigenen Pläne für die Selbständigkeit zeitgerecht und offen zu kommunizieren. Zudem ist der Aspekt der Weiterempfehlung bzw. Referenz nicht zu vernachlässigen. Auf alle Fälle lohnt es sich, im Guten auseinander zu gehen und dass allein schon aufgrund der zwischenmenschlichen Beziehung.

Kann ich mit der „Freiheit“ in der Selbständigkeit auch umgehen? Endlich sein eigener Chef zu sein, „frei zu sein“, ist eine häufig genannte Motivation von Selbständigen und Gründern. Diese vermeintliche Freiheit kann aber sehr oft auch trügerisch sein. Leider trifft sehr oft der Spruch „selber und ständig“ zu. Zum einen können Kunden nämlich ausgesprochen fordernd sein, zum anderen ist man für jede „Kleinigkeit“ selbst verantwortlich. Das ist eben der Preis der neuen Freiheit.

Jede Selbständigkeit, die eine vielleicht mehr, die andere etwas weniger, ist mit einem finanziellen Aufwand verbunden. Die Frage, welche man sich in diesem Zusammenhang stellen muss ist jene, ob das eigene Kapital für eine Gründung auch ausreicht. Neben einer akribischen Planung ist nämlich ein Start in die Selbständigkeit ohne ein entsprechendes finanzielles Polster sehr risikoreich. Die erste Zeit ist die schwierigste. Deshalb müssen Kosten im Businessplan sorgfältig und vorsichtig geplant werden und dies immer mit Bezug auf eventuelle eigene Rücklagen oder Finanzierungen seitens Dritter. Nur wer nicht ständig darum bangen muss, auch seine Rechnungen bezahlen zu können, nur der hat auch die Möglichkeit sich auf seine eigentliche Arbeit zu konzentrieren.

Anders als in vielen anderen Jobs, ist vor allem in der Selbständigkeit Vielseitigkeit gefordert. Heute Fachmann für einen bestimmten Bereich, morgen Verkäufer, am nächsten Tag Marketer, zwischendurch immer wieder die eigene Sekretärin oder Putzfrau. Gerade am Anfang ist man Mädchen für alles. Man muss immer wieder Sachen machen, die man eigentlich nicht beherrscht. Der Wille aber auch der Spaß daran, sich Neues anzueignen, ist dabei ein Muss! Aber ist mir das auch wirklich bewußt? Will ich das wirklich?

Selbständigkeit ist in vielen Fällen, auch wenn man das vielleicht in der ersten Euphorie gerne verdrängt, mit hohen Risiken verbunden. Daher ist es unerlässlich, dass die eigene Familie dahintersteht und ganz offen nicht nur Chancen sondern auch die damit verbundenen Risiken kommuniziert und besprochen werden. Nicht alle Personen im Umfeld eines Gründers können mit finanziellen Unsicherheiten umgehen. Aber nicht nur finanzielle Risiken sind ein Thema, sondern auch die Tatsache, dass sich das Arbeitsverhalten grundlegend ändern wird. Es gibt oft keinen Feierabend, kein Wochenende oder keinen Urlaub. Und das kann eine Beziehung oft auf eine schwere Probe stellen. Auch sollte man sich in diesem Zusammenhang Gedanken über einen eventuellen Plan B machen. Was mache ich, wenn das Geschäft nicht läuft? Kann ich wieder in ein Angestelltenverhältnis wechseln?

Es ist wichtig, dass der Schritt in die Selbständigkeit aus vollster Überzeugung gemacht wird und sich nicht aus einer beruflichen Notsituation heraus ergibt. Dazu gehört auch, dass dieser Schritt gründlich durchdacht, vorbereitet und letztendlich mit einer tiefen inneren Überzeugung getan werden muss. Nur mit diesen Voraussetzungen kann das Projekt „Selbständigkeit“ auch erfolgreich sein.



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