"Arbeiten im Alter!"

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sabato 12 agosto 2017

Endlich die langersehnte Weltreise machen, sich für die Enkelkinder Zeit nehmen oder sich intensiver um den Garten kümmern - die Vorfreude auf den (verdienten!) Ruhestand ist bei vielen groß. Doch immer mehr Senioren können das Arbeiten am Ende doch nicht lassen. So stehen mittlerweile auch immer mehr Südtiroler, welche älter als 65 Jahre sind, noch mit beiden Beinen fest im Arbeitsleben. Meistens sind es vor allem Männer und Akademiker, welche im Rentenalter noch erwerbstätig sind.

Aus statistischen Erhebungen gehen jedoch nicht die Gründe hervor, aus welchen Senioren noch arbeiten. Ob sie gerne noch arbeiten möchten oder die Rente zu gering zum Leben ist, wird nicht genannt. Was aber hervorgeht ist, dass es sich bei den Erwerbstätigen über 65 Jahren um überdurchschnittlich viele Selbstständige und mithelfende Familienangehörige handelt. Außerdem arbeiten mehr Männer als Frauen. Neben dem Geschlecht scheint auch der Bildungsstand eine Rolle zu spielen. Unter Akademikern in der Altersgruppe ist die Erwerbstätigenquote höher als bei Niedrigqualifizierten. Und dieser Anteil hat sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt. Die Erhöhung des Rentenantrittsalters spielt dabei eine kleinere Rolle, als man vielleicht annehmen möchte.

Fakt ist, dass immer mehr Menschen im Rentenalter arbeiten. Innerhalb der letzten zehn Jahren hat sich ihre Zahl verdoppelt. Woher kommt das und wie wird es sich weiterentwickeln? Viele Gründe liegen ohnehin auf der Hand: die bessere Gesundheit und somit die steigende Lebenserwartung und nicht zuletzt aber die schrittweise Anhebung des Rentenalters. Außerdem sind ältere Personen noch leistungsfähig und wollen auch von sich aus noch was tun. Statistische Zahlen belegen aber auch, dass viele Menschen im Ruhestand arbeiten, weil sie mit ihrer Rente kaum über die Runden kommen. Es sind also auch finanzielle Gründe oder die Angst vor Altersarmut, die Menschen dazu bewegen, auch nach Erreichen des Rentenalters, im Arbeitsleben zu bleiben. Trotzdem aber kann man behaupten, dass für die meisten, die nach dem Rentenalter weiterarbeiten, „Arbeit“ einfach positiv besetzt ist. Ihnen gehe es in erster Linie darum, soziale Kontakte zu behalten oder sich weiterhin gebraucht, sich einfach nützlich zu fühlen. Und sie sind ein großes „Kapital“ für unsere Unternehmen. Ältere Arbeitnehmer haben ein riesiges Erfahrungswissen, das so schnell nicht zu ersetzen ist. Sie verfügen über eine langjährige Berufserfahrung, sind loyal gegenüber ihrer Firma und souverän im Umgang mit Kunden wie Lieferanten: Ältere Kollegen sind für viele Unternehmen enorm wichtig! Auch wenn sie körperlich vielleicht weniger belastbar sind und ihre Ausbildung lange zurückliegt, müssen sich unsere Firmen Gedanken machen, wie sie ältere Kollegen länger im Betrieb halten - oder sogar neu anlocken. Denn aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte bald rapide zurückgehen. In einigen Branchen ist ein Fachkräftemangel ohnehin bereits sehr stark spürbar. Einige Betriebe haben das Problem erkannt und sind aktiv dabei, Gegenmaßnahmen zu treffen. Ein Großteil der Firmen hat jedoch noch starken Nachholbedarf.

Was kann man tun, um ältere Mitarbeiter zu überzeugen, im Unternehmen zu bleiben? Vorauszuschicken ist, dass ein Arbeitsverhältnis nicht automatisch mit dem Rentenalter endet, außer es gibt ganz spezifische gesetzliche bzw. vertragliche Regelungen. Arbeitgeber und -nehmer können daher in der Regel gemeinsam vereinbaren, den Zeitpunkt hinauszuschieben. Gibt es kein automatisches Ende, der Arbeitsvertrag läuft einfach weiter. Für Kündigung, Teilzeit und Befristung gelten in beiden Fällen die üblichen Spielregeln. Erfolgreich sind dabei vor allem Unternehmen, welche auf flexible Arbeitszeitmodelle und generell kürzere Arbeitszeiten setzen. Wichtig darüber hinaus sind ferner maßgeschneiderte Bildungsangebote. Vielen älteren Arbeitnehmern geht es nämlich auch darum, nicht zum alten Eisen zu gehören.

Aber auch alle anderen Unternehmen sollten sich zu diesem Thema ernsthaft Gedanken machen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Denn dieser Trend zum Weiterarbeiten wird sicherlich auch in den nächsten Jahren anhalten. Ältere Mitarbeiter sind und bleiben ein wertvolles Kapital, welches entsprechend gepflegt gehört.



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