Wiedereinstieg nach Elternzeit!

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Samstag, 10. Oktober 2015

Nach wie vor sind es meist die Frauen, die zu Hause bleiben, sobald Kinder da sind. Viele möchten so viel Zeit wie möglich mit ihrem Nachwuchs verbringen. Viele Mütter haben aber auch keine andere Wahl: In vielen Fällen gibt es für sie keine Möglichkeit, Kinderbetreuung und Beruf zu vereinbaren. Zwar nutzen mittlerweile auch Väter die gesetzlich zugestandene Elternzeit, allerdings begnügen sich die meisten mit wenigen Monaten. Väter, die länger in Elternzeit gehen, sind auch in Südtirol noch eher die Ausnahme. Die Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und damit auch des Wiedereinstiegs nach der Elternzeit, stellt sich also vor allem Müttern.

Jeder gelungene Wiedereinstieg nach der Elternzeit beginnt zunächst mit einem gut geplanten Ausstieg. Es gilt daher, sich bereits bei einem Ausstieg darüber Gedanken zu machen, wie eine eventuelle Rückkehr aussehen und folglich geplant werden könnte. Auch für den Arbeitgeber stellen sich bei der Schwangerschaft einer Mitarbeiterin viele Fragen. Während sich die Eltern an das neue Leben mit Säugling gewöhnen, muss die Personalabteilung des Unternehmens Ersatz für die Mitarbeiterin suchen, die wegen Geburt und Elternzeit zunächst ausfällt. Gleichzeitig müssen sie den Arbeitsplatz oder ein gleichwertiges Angebot bereithalten, wenn die Mutter einen Wiedereinstieg nach der Elternzeit plant. So will es der Gesetzgeber. Doch vor allem aufgrund der mangelnden Betreuungsangebote für Kinder und fehlender Ganztagsschulen sind die meisten Mütter gezwungen eine Teilzeitstelle anzunehmen, die zwangsläufig Einbußen im Verantwortungsbereich bedeutet und auch eine existenzielle Sicherung nicht gewährleistet. Für andere Frauen stellt sich die Lage oft noch komplizierter dar: Der ehemalige Arbeitgeber oder ein ruhender Arbeitsvertrag existieren nicht mehr, weil immer mehr junge Frauen nur zeitlich befristete Verträge erhalten und somit eine Rückkehr in das Unternehmen nicht mehr gilt. Weitere Probleme: Das fachliche Wissen ist nicht mehr auf dem neuesten Stand; der Kontakt zum Arbeitsmarkt ist abgebrochen und der eigene Wert als Arbeitskraft kann nicht eingeschätzt werden. Für alle, die den Wiedereinstieg in den Beruf planen, gilt die gleiche Empfehlung: Kümmern Sie sich rechtzeitig um Ihre berufliche Rückkehr!

Die Wiederaufnahme des Jobs muss gut vorbereitet sein. Damit der Wiedereinstieg nach der Elternzeit auch tatsächlich klappt, ist eine flexible Kinderbetreuung unabdingbar. Für viele Mütter ist allerdings genau das bei einem Wiedereinstieg nach der Elternzeit das größte Problem. Nach wie vor fehlen in vielen Südtiroler Gemeinden ausreichend Ganztagsangebote. Neben der Kita sollten sich Mütter, die einen Wiedereinstieg nach der Elternzeit anstreben, unbedingt ein weiteres Betreuungsnetzwerk aufbauen. Eine Tagesmutter kann ebenso dazugehören wie ein Au-pair-Mädchen, ein Babysitter oder Verwandte wie beispielsweise die Großeltern. Nur wenn die Kinderbetreuung optimal organisiert ist, können sich Mütter oder auch Väter im Büro voll und ganz auf ihren Job konzentrieren. Zu einer guten Kinderbetreuung gehört aber auch, das Kind rechtzeitig vor dem Wiedereinstieg nach der Elternzeit in der Kita oder bei der Tagesmutter einzugewöhnen. Experten raten dazu, diese Eingewöhnungsphase bereits rund drei Monate vor dem geplanten Wiedereinstieg nach der Elternzeit zu beginnen. Zum einen gewöhnt sich das Kind langsam an die veränderten Bedingungen und die Mütter bzw. Väter können beurteilen, ob Kita oder Tagesmutter den eigenen Vorstellungen entspricht.

Wer nach der Pause beabsichtigt, an seinem „alten Job“ zurückzukehren, der sollte auch während der Elternzeit mit seinen Vorgesetzten und Kollegen in Kontakt bleiben. Dieser Kontakt sollte aber vor allem fachlicher Natur sein und sich nicht nur auf einen monatlichen Kaffeeplausch beschränken. Ideal als Vorbereitung für einen Wiedereinstieg nach der Elternzeit sind z.B. Urlaubs- oder Krankheitsvertretungen aber auch die Teilnahme an Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen. So bleibt man fachlich am Ball und ist für Vorgesetzte und Kollegen trotz Elternzeit dennoch „immer“ präsent. Auch bei wichtigen firmeninternen Veranstaltungen oder Meetings sollte man trotz Elternzeit versuchen wenn irgendwie möglich dabei zu sein. Dies alles sorgt dafür, dass man fachlich am Laufenden bleibt und sich die Einarbeitung bei einem Wiedereinstieg weit weniger aufwändig gestaltet. In diesem Zusammenhang ist es auch durchaus ratsam, selbst die Initiative zu ergreifen und den Vorgesetzten entsprechende Vorschläge zu unterbreiten. In den meisten Fällen wird dies sehr positiv aufgenommen.

Überlegen Sie sich deshalb frühzeitig, wie Sie sich den Wiedereinstieg nach der Elternzeit vorstellen. Wollen Sie künftig Voll- oder Teilzeit arbeiten? Ist die Betreuung der Kinder gewährleistet? Wie flexibel sind Sie in Ihrer Zeitplanung und wie flexibel ist Ihr Arbeitgeber? Könnten Sie vielleicht auch zeitweise von zu Hause arbeiten oder sich Ihre Arbeitszeit flexibel gestalten? Checken Sie bereits vorher ab, welche Aufgaben Sie gut übernehmen könnten. Je konkreter Ihre Vorstellungen über Ihren Wiedereinstieg sind, desto leichter wird es für Sie sein, Ihre Vorstellungen bei Ihrem Vorgesetzen und der Personalabteilung durchzusetzen.



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