Weiterbildung verschafft Vorsprung

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Samstag, 21. März 2009

In Zeiten der Krise, wir erleben das gerade in diesem Moment, wird in vielen Unternehmen der Rotstift im Bereich der Aus- und Weiterbildung angesetzt. Von Sparmassnahmen sind vor allem jene Bereiche betroffen, welche keinen „unmittelbaren Mehrwert“ für das Unternehmen bringen und demzufolge nicht als „dringend“ empfunden werden. Ausgaben im Bereich der Aus- und Weiterbildung werden von diesen Unternehmen als „Kosten“ und nicht als „Investitionen“ betrachtet. Sind derartige Entscheidungen, sind derartige Maßnahmen für die Zukunft eines Unternehmens wirklich Ziel führend?

Gezielte Maßnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung sind vor allem in Krisenzeiten außerordentlich wichtig. Weitsichtige Unternehmer bzw. Unternehmen nutzen diese Zeit, ihre Mitarbeiter zu qualifizieren und sichern somit nicht nur Arbeitsplätze, sondern leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, ihre Marktposition abzusichern bzw. weiter auszubauen. So manches Unternehmen hat in der Zwischenzeit erkennen müssen, dass massive Einschnitte gerade im Bereich der Weiterbildung längerfristig gesehen zu deutlichen Einbußen und zu einem nicht zu vernachlässigenden Schaden fürs gesamte Unternehmen führen können. Ohne Zweifel müssen in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten alle Bereiche, und somit auch der Bereich der Aus- und Weiterbildung, auf den Prüfstand stehen. Weniger strategische oder unwichtige Initiativen können auch in diesem Bereich aufgeschoben oder gar gestrichen werden. Dennoch müssen die wichtigen Zukunftsaufgaben weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste eines Unternehmens stehen. Dies gilt für die Bereiche Forschung und Entwicklung aber auch für den eben genannten Bereich der Aus- und Weiterbildung.

Aber auch der Mitarbeiter selbst, muss Verantwortung übernehmen. Wer clever ist, hofft nicht auf eventuelle Bildungsangebote seitens des Arbeitgebers, sondern ergreift selbst die Initiative: er investiert ganz gezielt in seine eigene berufliche Aus- und Weiterbildung. Wer nämlich nichts unternimmt, da er auf seines Arbeitgebers hofft, hat im Nachhinein oft das Nachsehen. Es ist zu beobachten, dass sich immer mehr Arbeitnehmer auf eigene Initiative und auf eigene Kosten qualifizieren. Ganz nüchtern betrachtet, ist dieses Verhalten durchaus verständlich, durchaus nachvollziehbar. Diese Personen sehen ihr „Kapital“ in ihrer beruflichen Qualifikation, und dies auch mit Recht. Ihre berufliche Qualifikation und natürlich die von ihnen erbrachte Leistung, bilden die Voraussetzung sowohl für ihre berufliche Weiterentwicklung aber schlussendlich auch auf für ihre Entlohnung. Durch gezielte Maßnahmen versuchen sie, den eignen Marktwert zu sichern, ihn wenn möglich zu verbessern. Arbeitnehmer mit einer soliden beruflichen Ausbildung und einer positiven Einstellung in Richtung kontinuierlicher Aus- und Weiterbildung werden mit großer Sicherheit auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten immer einen Arbeitsplatz haben bzw. auf keine großen Schwierigkeiten treffen, einen neuen zu finden.

Unabhängig ob jetzt die Initiative vom Arbeitgeber oder aber vom Arbeitnehmer selbst ausgeht, entsprechende Initiativen sind gezielt zu planen. Gezielt planen heißt, sich genau zu überlegen, vor welchen Herausforderungen die Branche steht, welches Spezialwissen in Zukunft gefragt ist oder aber in welche Richtung ich mich als Arbeitnehmer entwickeln möchte. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass sich entsprechende Ausgaben mittel- bzw. längerfristig als sinnvolle Investitionen erweisen. Zudem ist festzuhalten, dass diese Art von Investitionen, um eine entsprechende Nachhaltigkeit zu gewährleisten, mit einer bestimmten Regelmäßigkeit getätigt werden muß, da ansonsten der dadurch entstehende Wettbewerbsvorteil immer geringer wird, früher oder später gar nicht mehr vorhanden ist. Auch das Argument der „großen Beträge, des grossen finanziellen Einsatzes“ sowohl aus der Sicht des Unternehmen als auch des einzelnen Arbeitnehmers ist zu relativieren. Wie bereits betont, ist es wichtig, sich intensiv mit den Anforderungen und Herausforderungen des Marktes zu beschäftigen, damit sich eventuelle Ausgaben wirklich als Investitionen erweisen. Auch ist zu erwähnen, dass die einzelnen Ausund Weiterbildungsangebote in Konkurrenz zueinander stehen und sich insofern die entsprechenden Ausgaben auf einer vernünftigen, „leistbaren“ Ebene eingependelt haben.


von Dr. Hannes Mair
Dolomiten-Beilage M@rkt vom 21.03.2009



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