Was ist sicherer: Festanstellung oder Selbständigkeit?

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Samstag, 20. Juli 2013

Globalisierung, Wirtschaftskrise, Entlassungen: Sichere Jobs bei guter Bezahlung sind längst nicht mehr die Normalität. Und Berufseinsteiger haben es heute doppelt schwer, einen tollen Job zu finden. Kein Wunder, dass viele Leute wissen wollen, wie sie vor allem einen sicheren Job finden. Wer derzeit die Nachrichten über die weltweite Finanzkrise verfolgt, der bekommt vielfach eines: Angst! Und viele sorgen sich schon gar nicht mehr so sehr um das Ersparte auf dem Konto – als viel mehr um ihren Job. Die Zeiten guter Nachrichten vom Südtiroler Arbeitsmarkt gehören der Vergangenheit an. Auch hierzulande sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise deutlich zu spüren.

Die Sicherheit des Arbeitsplatzes ist auch für Südtiroler Arbeitnehmer aller Altersklassen im Moment das ausschlaggebende Kriterium bei der Wahl ihres Arbeitgebers und aus diesem Grund in der Prioritätenliste ganz eindeutig vor dem Thema Entlohnung zu finden. Die starken wirtschaftlichen Schwankungen sowie die Krisen der letzten Jahre haben demzufolge tiefe Spuren auch bei den „verwöhnten“ Südtiroler Arbeitnehmern hinterlassen. Selbst für viele Studienabgänger sind sichere Arbeitsplätze, genügend Freizeit und ein gutes Arbeitsklima bei der Wahl ihrer Arbeitsstelle heute eindeutig wichtiger als Karrierechancen und ein hohes Einkommen.

In vielen Festanstellungen hat sich heutzutage die Angst vor der Entlassung verbreitet. In Zeiten von sinkendem Wirtschaftswachstum, Eurokrise und wachsender Konkurrenz auf den Weltmärkten können große Unternehmen einem längst nicht mehr die Sicherheit bieten, die sie vor einigen Jahrzehnten geboten haben. Innerhalb der Unternehmen ist dieser Druck zu spüren. Arbeitnehmer arbeiten bereitwillig länger und bemühen sich, immer im besten Licht zu erscheinen. Der Konkurrenzdruck untereinander wächst und Krankheiten wie das Burnout-Syndrom sind dafür ein klares Anzeichen. Sicher, eine Festanstellung bietet nach wie vor einige Vorteile: konstantes Monatseinkommen, Sorgen im Job kann man in der Freizeit besser ausblenden, man kann mit einem mehr oder weniger strukturierteren Tagesablauf rechnen, man muss sich nicht ständig selbst disziplinieren, man darf sich auch einmal einen Urlaub gönnen oder aber krank sein, usw.. Aber trotzdem, eine relativ hohe Sicherheit vor der Arbeitslosigkeit bietet aber heute auch kaum eine Festanstellung mehr. Immer wieder geraten auch „scheinbar gesunde“ Unternehmen in eine Schieflage, müssen daher Personal reduzieren oder gar ihre Tätigkeit einstellen. Oder aber die Unternehmensleitung trifft ganz plötzlich und oft aus nicht nachvollziehbaren Gründen die Entscheidung, sich von einem langjährigen Mitarbeiter zu trennen. Das Ende kann auch hier unverhofft kommen.

Ist die Selbstständigkeit die sicherere Wahl? Sicherlich bietet die Selbstständigkeit aufgrund der Eigenverantwortung und der damit automatisch notwendigen Pro-Aktiv Einstellung mehr Planungssicherheit. Auch wenn es hin und wieder schlechtere Monate geben und das Einkommen ständigen Schwankungen unterworfen sein kann, so verfügt man dennoch immer über eine viel größere Kontrolle der eigenen Zukunft, da man täglich die Richtung selbst bestimmt. Die Zahl der Selbstständigen in freien Berufen hat sich in den letzten 20 Jahren in etwa verdoppelt. Dabei bietet die Selbständigkeit durchaus interessante Vorteile: man ist gewohnt und hat normalerweise Routine darin, immer neue Aufträge an Land zu ziehen, man kann schneller auf neue Gegebenheiten reagieren, verliert man einen Kunden, so verliert man aber nicht gleichzeitig den ganzen Job, man hat im Normalfall das Steuer selbst in der Hand und bestimmt den Kurs. Als Selbstständiger muss man ständig aktiv handeln, anstatt nur auf äußere Umstände zu reagieren. In einer Lethargie des Reagierens stecken jedoch einige Angestellte – und sicherlich ist sie ein Hauptgrund für das Verharren im Status Quo. Lohnabhängiges Arbeitsverhältnis oder Fixanstellung, eines bleibt immer zentral: ein überdurchschnittliches Fachwissen, bestimmte Fertigkeiten und Fähigkeiten, vor allem aber die richtig Einstellung für den eignen „Job“ – Begeisterung, Fleiß, Einsatz, Eigenmotivation, usw.. Wer über diese Voraussetzungen verfügt, der muss sich über die eigene berufliche Zukunft unabhängig von der Art der Beschäftigung keine Sorgen machen.



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