Unternehmen und ihre Familienfreundlichkeit

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Samstag, 22. März 2014

Viele Unternehmen nehmen Familienfreundlichkeit nun wirklich ernst, richten betriebliche Abläufe an den Bedürfnissen von Eltern aus oder bieten familienbezogene Zusatzleistungen an. Selbstverständlich kommen diese Veränderungen nicht nur Müttern, sondern auch Vätern zugute, die ebenfalls zunehmend Wert auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf legen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist längst nicht mehr das private Problem von Eltern. Aktuelle Umfragen belegen in vielerlei Hinsicht, welch hohen Stellenwert immer mehr Unternehmen der Berufstätigkeit von Frauen und Männern mit Kindern inzwischen zumessen. Und dies allein ist zweifellos eine gute Nachricht.

Bei gezielten Befragungen von Unternehmen stellt sich immer wieder heraus, dass es noch immer zu viele Lücken im Betreuungsangebot für den Nachwuchs ihrer Mitarbeiter gibt. Dies deckt sich mit den Erfahrungen vieler Eltern, wenn einer von ihnen nach einer Babypause zurück in den Beruf kommen möchte. Allzu oft heißt es, sich wieder und wieder in Wartelisten eintragen zu müssen. Obwohl in den vergangenen Jahren viel Geld in den Ausbau von Kitas, Ganztagsschulen und sonstigen Angeboten geflossen sind, ist der Mangel evident, da die Nachfrage vielerorts noch schneller gestiegen ist als das Angebot. Dass die Politik für den Aufbau einer entsprechenden Grundversorgung verantwortlich ist, dürfte unstrittig sein. Nicht um den Unternehmen bei der Lösung ihrer Personalprobleme zu helfen, sondern aus gesellschaftspolitischen Gründen. Damit auch Müttern die Teilhabe am Arbeitsmarkt ermöglicht wird und damit allen Kindern die Chance auf eine gute und chancengleiche Bildung geboten wird.

Auch die Unternehmen selbst müssen stärker aktiv werden. Entweder durch die Schaffung weiterer eigener Angebote oder den Zukauf entsprechender Leistungen. Oder besser noch dadurch, die Möglichkeiten zur Flexibilisierung von Arbeit und Arbeitszeiten noch deutlich stärker zu nutzen. Viele Unternehmen sind hier bisher zu zaghaft aktiv geworden. Die Praxis in Skandinavien zeigt, wie viel Potenzial in solchen Modellen, die oft Teile der Arbeit in den häuslichen Bereich  - Telearbeit - verlagern, stecken. Ob Tagesmutter, Au-Pair, Kinderkrippe oder Kindertagesstätte – die richtige Betreuung für ihre Kleinen zu finden, stellt viele Eltern vor große Herausforderungen. Deshalb sollten sich auch Eltern in jedem Fall frühzeitig Gedanken über die gewünschte Form der Kinderbetreuung machen. Am besten ist es, sich Betreuungspersonen und Einrichtungen persönlich anzuschauen. Auch Gespräche mit Eltern, die bereits ein Kind in Betreuung gegeben haben, können bei der Entscheidung helfen, die für die eigene Situation optimale Lösung zu finden.

Eine sinnvoll umgesetzte Familienfreundlichkeit bietet Unternehmen nur Vorteile. So zum Beispiel einen eindeutigen Imagegewinn nach innen wie nach außen. Eine Unterstützung in der Kinderbetreuung bringt ganz klar zum Ausdruck, dass für der jeweilige Arbeitgeber die Familie als wichtigen Teil des Lebens seiner Mitarbeiter respektiert. Zudem führt es in den meisten Fällen zu einer Steigerung der Leistungsfähigkeit, der Motivation und der Loyalität. Kinderbetreuungsprobleme wirken sich nämlich negativ auf das Privatleben und folglich auch auf das Berufsleben aus. Gelingt es dem Unternehmen, den Beschäftigten eine Entlastung anzubieten, so hält man ihnen den Kopf frei und fördert ihre Verbundenheit mit dem Unternehmen und damit die Bereitschaft, sich für das Unternehmen einzusetzen. Durch ein entsprechendes Angebot fördert man ferner auch eine frühere Rückkehr wertvoller Mitarbeiter aus der Elternzeit und damit verbunden deren Bereitschaft aber auch deren Möglichkeit zu einem flexibleren Arbeitseinsatz. Bedarfsgerechte Kinderbetreuung reduziert Fehlzeiten von Eltern, da sie seltener zu Hause bleiben müssen, wenn die Betreuungsperson oder die Kinder krank, bzw. Kindertagestätte und Schule geschlossen sind. Eine entsprechende Unternehmenskultur führt in den meisten Fällen zu einer Steigerung der Attraktivität von Unternehmen und dies nicht nur bei den Mitarbeitern, sondern bei potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern. Attraktive Unternehmen haben eine geringere Fluktuation und somit niedrigere Einstellungskosten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich unterstützt und respektiert fühlen, wechseln nämlich seltener den Arbeitgeber.

Wie man an diesen konkreten Beispielen erkennen kann, ist Familienfreundlichkeit nicht lediglich ein Kostenfaktor, sondern vielmehr, falls die Maßnahmen gezielt getroffen und mit Überzeugung umgesetzt und gelebt werden, eine als ganz strategische Investition, welche sich innerhalb kürzester Zeit rechnet.



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