Smartphones: Fluch oder Segen?

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Samstag, 16. März 2013

Szene während eines Meetings: Führungskräfte sitzen im Sitzungssaal und besprechen die neuen Unternehmensstrategien. Auf dem Tisch stehen Getränke, daneben liegen Notizblöcke und natürlich die Smartphones der einzelnen Teilnehmer. Immer wieder schielt einer auf sein Gerät und schweift mit seinen Gedanken ab: Schon wieder ist eine Nachricht angekommen! Ein vertieftes Gespräch ist fast unmöglich, da das ständige Vibrieren und Blinken der Geräte gewaltig ablenken. Aber es ist ein „Muss“ sofort und überall auf dem aktuellsten Stand zu sein. In den letzten Jahren ist die ständige Erreichbarkeit in der Arbeitswelt eine Selbstverständlichkeit geworden. Insbesondere von Führungskräften werden schnelle Antworten erwartet  und auch nach dem offiziellen Arbeitsende, am Wochenende oder in den Ferien. Möglich macht dies die völlig neue Generation der Smartphones. Fluch oder Segen?

Die Nutzung eines Smartphones ist inzwischen selbstverständlich und viele Arbeitnehmer erwarten sogar, dass ihnen die neuesten technischen Geräte vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden. Dies führt in der Praxis dazu, dass Arbeitszeit und Freizeit immer weniger klar zu trennen sind und weitreichende persönliche, aber auch arbeitsrechtliche Konsequenzen häufig ignoriert werden. Für einen großen Teil der arbeitenden Bevölkerung in einer bestimmten Position, stellt das Smartphone eine mobile Verbindung zum Arbeitsplatz dar. Zwei Drittel der Teilnehmer einer Befragung gaben an, dass sie ein und dasselbe Gerät sowohl im Geschäft, als auch für private Zwecke nutzen. Und dieser Umstand kann dazu führen, daß diese Vermischung von Arbeitszeit und Freizeit zu erhöhtem Stress führt und somit die Regenerationszeit verkürzt und sich langfristig negativ auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der arbeitenden Bevölkerung auswirkt.

Aber es gibt nicht nur negative Feedbacks hinsichtlich der neuen technologischen Errungenschaft „Smartphone“. Viele Arbeitnehmer spüren auch die eindeutig positiven Auswirkungen der mobilen Geräte: Rund die Hälfte der Arbeitnehmer sind der Meinung, dass die Nutzung mobiler Technologien ihre Effizienz und Produktivität im Job gesteigert hätte. Ein Drittel findet, dass sich durch die Nutzung von mobilen Technologien ihre Work-Life-Balance verbessert und sogar ein Fünftel meinen, dass sich dadurch ihre Jobsicherheit erhöht hätte.

Die zusätzliche Belastung durch Smartphones außerhalb der Arbeitszeiten hat deshalb bereits einige Unternehmen dazu veranlasst, Maßnahmen zum Schutz ihrer Mitarbeiter zu ergreifen, z.B. das Abschalten der Geräte am Abend oder das Löschen von E-Mails im Urlaub. Diese Regelungen bzw. Maßnahmen betreffen jedoch weniger Mitarbeiter in Führungspositionen; Führungskräfte bleiben hiervon vielfach noch ausgenommen. Verbindliche Regelungen diesbezüglich können aber ein Instrument sein, bestimmte Aspekte der Smartphone-Nutzung sinnvoller zu steuern. Darüber hinaus müssen Mitarbeiter gezielt geschult werden, ihr Smartphone auch einmal bewusst auszuschalten und Prioritäten zu setzen. Stress- und Zeitmanagementseminare sind genauso wichtig wie Führungskräfte in der gesundheitsgerechten Mitarbeiterführung zu schulen. Neben der Eigenverantwortung der Mitarbeiter ist aber auch der Arbeitgeber gefordert, im Rahmen eines integrierten Gesundheitsmanagements einem Burnout bei Führungskräften vorzubeugen. Den neuen technologischen Möglichkeiten kann und soll man sich nicht verschließen. Sie habe in Vergangenheit und werden auch in Zukunft viel Positives mit sich bringen. Was man aber lernen kann, ja lernen muss ist, mit diesen neuen Möglichkeiten sinnvoll umzugehen. Und sollte man dies aus eigener Kraft nicht schaffen, so kann man sich sicherlich den einen oder anderen Experten zu Rate ziehen. Das entsprechende Angebot ist bereits vorhanden.



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