Krise als Karrierechance

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Samstag, 13. Juni 2009

Seit Monaten hält die Finanzkrise sowohl Politik als auch Wirtschaft in Atem. Auch viele Arbeitnehmer sind stark verunsichert und fürchten um ihren Arbeitsplatz. Andere wiederum sehen in der Wirtschaftskrise eine Karrierebremse: Kann mir das Unternehmen überhaupt die Möglichkeit einer beruflichen Weiterentwicklung bieten? Kann ich in nächster Zukunft mit einer Gehaltserhöhung rechnen? Kann ich es mir erlauben, an einen Jobwechsel zu denken? So mancher Arbeitgeber würde gerne in die Offensive gehen. Aber ist jetzt wirklich der geeignete Moment dafür? Die Unsicherheit vieler Arbeitnehmer ist sehr groß.

Tatsache ist, dass jede Krise auch neue Chancen bietet! Die Wirtschaftskrise muss demzufolge nicht unbedingt eine Karrierebremse gesehen werden. Im Gegenteil, Unternehmen sind in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten umso mehr an Mitarbeiter mit praktischer Berufserfahrung und speziellen Branchenkenntnissen, an Fachkräfte mit fundiertem Wissen und solider Ausbildung interessiert. Wer darüber hinaus über eine starke Persönlichkeit, eine positive Einstellung und eine hohe Eigenmotivation verfügt, der muss sich über seine beruflichen Möglichkeiten und die entsprechende Weiterentwicklung überhaupt keine Gedanken machen.

Während die einen zittern, vielleicht oft auch berechtigterweise, sehen andere die Chance für einen Karrieresprung. Wann, wenn nicht jetzt, können Arbeitnehmer, den Beweis dafür antreten, dass sie sich zum einen mit dem Unternehmen identifizieren, zum anderen über die notwendigen persönlichen wie fachlichen Voraussetzungen verfügen, ihren Arbeitgeber tatkräftig darin zu unterstützen, das „Ruder rumzureißen“? In Krisenzeiten wird jeder Mitarbeiter, jede einzelne Maßnahme, jeder einzelne Prozess genauestens unter die Lupe genommen. Dies bietet umso mehr die Möglichkeit, positiv in Erscheinung zu treten und die Karriereleiter hochzuklettern. In Zeiten des Aufschwunges werden freie Stelle im Unternehmen gut und gerne von außen besetzt. In schwierigeren Zeiten sind Unternehmen vielfach dazu gezwungen, keine neune Mitarbeiter aufzunehmen und nach „internen Lösungen“ zu suchen. Das ist eine sehr gute Gelegenheit für ambitionierte Mitarbeiter, diese Situation zu nutzen und sich im Unternehmen für einen eventuellen Karrieresprung in Position zu bringen.

Umfragen bestätigen, dass sich viele Fach- und Führungskräfte selbst für gut gerüstet halten und die Wirtschaftskrise dafür nutzen wollen, nach oben zu kommen. Auch belegen diese Umfragen eine durchaus positive Einstellung vieler Führungskräfte, welche diese schwierige Lage als Chance begreifen und sich durch Einsatz und guten Leistungen beweisen wollen. Eine sehr positive Nachricht für die Unternehmen, welche von dieser Einstellung nur profitieren können. Wer seine Firma weiterbringt, wer seinen Arbeitgeber tatkräftig darin unterstützt, eine wirtschaftlich schwierige Zeit zu überstehen, der ist sein „Geld“ wert. Auch wenn in solchen Momenten das zur Verfügung stehende Budget für eventuelle Gehaltserhöhungen oder Prämien eher gering ausfallen wird, so wird dennoch das Unternehmen jene Mitarbeiter belohnen, welche sich verdient gemacht haben. Eventuelle Gehaltserhöhungen oder Prämien werden in dieser Situation ja nicht für dieselbe Leistung, sondern für eine Mehrleistung zugesprochen. Es handelt sich in diesem Sinne vielmehr um eine „Gehaltsanpassung“. Viele Unternehmen sehen dies deshalb auch als Investition, welche sich „lohnt“. Dabei sollte die Arbeitnehmerseite nicht allzu sehr auf Erhöhungen des Fixgehaltes bestehen. Unternehmen ziehen es nämlich vor, bei einer Mehrleistung Prämien auszuzahlen, welche an ganz bestimmte Ziele gebunden werden. Der Vorteil für den Arbeitnehmer: Leistung lohnt sich im wahrsten Sinne des Wortes! Vorteile für das Unternehmen: Es fallen keine Fixkosten an, zusätzliche Zahlungen setzen eine zusätzliche Leistung voraus!

Die Wirtschaftskrise muss keine Karrierebremse sein, im Gegenteil. Es gilt durch viel Einsatz, Zielstrebigkeit und positives Denken als Chance sowohl für eine gezielte berufliche wie persönliche Weiterentwicklung zu nutzen.


von Dr. Hannes Mair
Dolomiten-Beilage M@rkt vom 13.06.2009



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