Können Arbeitskollegen Freunde sein?

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Samstag, 1. Dezember 2012

Am Anfang gehen Arbeitskollegen nur gemeinsam in die Mittagspause. Doch weil es immer viel zu lachen gibt, treffen sie sich eine Tages auch privat. Weitere Verabredungen folgen. Der Job verbindet! Fast die Hälfte der Arbeitnehmer hierzulande verbringt auch ihre Zeit nach Feierabend mit den Arbeitskollegen. Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass man gerade beim Job viele Bekanntschaften macht und neue Freundschaften knüpft. Man teilt dieselben Interessen, hat oft dieselbe Ausbildung genossen und hat nicht zuletzt mit der Wahl des gleichen Arbeitgebers eine wichtige Gemeinsamkeit.?Da man acht Stunden oder mehr im Büro verbringt, sind gute Beziehungen äußerst wichtig. Die Kollegen als „Zweitfamilie“ erleichtern schwierige Phasen und motivieren Überstunden zu leisten. Sogar Führungskräfte profitieren von Freundschaften, da man eher versucht, solche Mitarbeiter ans Unternehmen zu binden, mit welchen man dieselbe Wellenlänge teilt. Freundschaften am Arbeitsplatz können aber noch mehr! Sie sind ein wichtiger Faktor für den beruflichen Aufstieg. Die richtigen sozialen Netzwerke helfen bekanntlich im Berufsleben enorm weiter.

So wie Freundschaften das Arbeitsklima stark verbessern können, so können sie dieses auch negativ beeinflussen. Die Vermischung von Berufs- und Privatleben ist nicht immer unproblematisch. Dieser Fall tritt z.B. dann ein, sollten sich „Job-Freunde“ nicht an bestimmte „ungeschriebene Regeln“ halten. Dann etwa, wenn der eine weiß, dass der Job des Freundes durch Umstrukturierungen in Gefahr ist. Aufgrund der Position und der damit verbundenen Geheimhaltungspflicht darf er diesem nichts davon erzählen. Das Vertrauensverhältnis kann unter Umständen irreparabel geschädigt werden, sollte man sich nun für den Beruf entscheiden und nichts davon sagen. Der andere kann sich nämlich hintergangen fühlen. Es kann aber auch dann zu Spannungen im Team kommen, sollten sich Job-Freunde von den restlichen Arbeitskollegen abkapseln. Jede Entscheidung, jede Meinungsäußerung wird auf die Goldwaage gelegt und als „Paktelei“ verstanden. Immer wieder betonen Experten, dass Beruf und Freundschaft nach unterschiedlichen Regeln funktionieren. „Im Job geht es um Leistung, um Konkurrenz und um Loyalität dem Unternehmen gegenüber. Freundschaften hingegen haben eher selten einen „Reibungscharakter“, d.h. in freundschaftlichen Verhältnissen neigt man dazu, wesentlich mehr Zugeständnisse zu machen, Zugeständnisse, welche am Arbeitsplatz nicht sonderlich professionell wirken.

Um mögliche Konflikte zu umgehen bzw. sie zu vermeiden, raten Experten diese Gefahren von Beginn an zu thematisieren, sie ganz klar anzusprechen. Es muss deshalb eine klare Trennung von Beruf und Freundschaft vorgenommen werden. Das heiße zwar nicht, dass man nicht auch mal privat über den Job sprechen kann oder umgekehrt. Grundsätzlich muss aber der Umgang am Arbeitsplatz professionell bleiben. Es muss eine Selbstverständlichkeit sein, jeden Arbeitstag mit einem ausführlichen Bericht über das Erlebte mit seiner Kollegin zu starten. Eine weitere Tücke der Freundschaft am Arbeitsplatz bietet sich, wenn man Äußerungen zu hören bekommt, die sich gegen den befreundeten Kollegen richten. Aus diesem Grund ist ein gewisses Maß an Offenheit im richtigen Umgang mit allen Kollegen sehr wichtig. Man sollte klären, dass man mit dem jeweiligen Kollegen befreundet ist, wenn unangenehme Gespräche aufkommen und die unwissenden Kollegen vor einer peinlichen Situation bewahren. Differenzieren sollte man allerdings bei privaten Details. Den gemeinsamen Urlaub oder die Wochenendausflüge sollte man nicht an die große Glocke hängen.

Funktioniert das Verhältnis von Freunden am Arbeitsplatz richtig, so stellte es große Chance dar. Man motiviert sich gegenseitig und erreicht durch eine gegenseitige positive Kritik bessere Ergebnisse.

Selbst Arbeitgeber bemerken die leistungsbereiteren Mitarbeiter, wenn sich die Kollegen am Arbeitsplatz wohl fühlen. Deswegen werden verstärkt auch seitens der Unternehmensleitung selbst außerbetriebliche Aktivitäten, wie gemeinsames Törggelen, Skitage, Studienreisen und ähnliche Aktivitäten angeboten und gefördert.



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