Kommunikation muss menschlich bleiben!

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Samstag, 3. August 2013

Als das Internet Anfang der 90er Jahre durch die Einführung des World Wide Web (WWW) auch für Personen ohne technische Vorkenntnisse nutzbar wurde, galt es in erster Linie noch als Datenbank, in welcher man nach Informationen suchen und solche bereitstellen konnte. Mittlerweile hat sich das Internet immer mehr zu einem sozialen Versammlungsort entwickelt. Der Internetnutzer entwickelt sich somit immer stärker zu einem sozialen Wesen, welches im Netz nicht nur nach Informationen, sondern auch nach sozialem Anschluss, sozialer Unterstützung und Bestätigung sucht. Anlass dafür gab die explosionsartig gewachsene Anzahl der Nutzer, welche sich mit ihren sozialen Interessen und Bedürfnissen im Netz „tummeln”. Das Internet hat sich somit von einer Informations- für Spezialisten zur sozialen Kontakt- und Austauschplattform für die Allgemeinheit gewandelt.

Früher ging man ganz klassisch ins Büro, um seine „Brötchen“ zu verdienen. Heutzutage wird an allen Orten der Welt gearbeitet: Im Home Office, im Café, im Zug auf dem Weg zum Kunden. Unabhängigkeit und die Chance auf bessere Work-Life-Balance sind Grund zur Freude, stellen uns aber immer wieder vor neuen Herausforderungen. Meetings am runden Tisch haben ausgedient, genauso wie der Plausch auf dem Flur. Die virtuelle Kommunikation gehört längst zum Arbeitsalltag. Schnell mal twittern, welches Seminar man gerade besucht hat oder wie das Meeting gelaufen ist, sich per Skype kurz mit einem Kollegen oder Kunden über ein laufendes Projekt unterhalten; immer mehr Führungskräfte arbeiten in sogenannten virtuellen Teams oder aber unterhalten virtuelle Kontakte zu ihren Kunden, Lieferanten oder Partnern. Aktuelle Studien belegen, dass in Zukunft Videokonferenzen und Tablets eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Diese neuen Technologien überwinden zeitliche Hürden, Arbeitswege sind kürzer und schneller geworden. Die neuen Kommunikationswege sehen viele zwiespältig.

Obwohl es weltweit knapp drei Milliarden registrierte User in Social Networks gibt und jeden Tag über 240 Milliarden E-Mail verschickt werden, Geschäfte werden dennoch oder „Gott sei Dank“ zwischen Menschen gemacht. Zwar unterstützt die digitale Welt die Kommunikation, entschieden wir aber immer noch („in den meistens Fällen“) in einem direkten und persönlichen Rahmen auch wenn vor lauter „digital“ oft der „Mensch“ vergessen wird. Die digitale Kommunikation erleichtert die Kontaktaufnahmen und die Informationsbeschaffung wesentlich, sie ist aber oft total ungeeignet dafür, zwischenmenschliche Beziehungen aufzubauen und sie nachhaltig weiterzuentwickeln. Auch die immer häufiger praktizierten Video- oder Telefonkonferenzen sind zwar ein Schritt in Richtung „mehr persönlicher Kontakt“, für wichtige Geschäftsabschlüsse zählt aber auch heute immer noch das „Persönliche“. Und dasselbe gilt auch für die Personalselektion. Zwar funktioniert das sehen und gesehen werden auch digital, aber wenn Beziehungen einen bestimmten Wert erreichen sollen oder aber um zu prüfen ob die sogenannte „Chemie“ passt, kann digital alleine nie reichen, man muß die Person einfach vor sich haben, man muss die Person „erleben“ können um sich ein realistisches Bild zu verschaffen. Viele Entscheidungen setzen sowohl Sympathie als auch Vertrauen voraus und dieses wichtige Bauchgefühlt lässt sich nur sehr schwer über E-Mail erreichen.

Wir leben heute in einer medialen Kultur, in der „face to face“ und virtuell sicher nicht gleichwertig, aber wohl gleichberechtigt als alltägliche Formen des Miteinanders auftreten. Virtuelle Kommunikation kann also das „face to face“ nicht ersetzen, jedoch eine deutliche Erweiterung des Handlungsspielraums ermöglichen. Die zeit- und ortsunabhängige Kommunikation in der virtuellen Welt bietet neue Erfahrungen und Möglichkeiten der zwischenmenschlichen Begegnung.



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