Karriere und Sprache - zwei untrennbare Dinge

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Montag, 5. November 2012

Früher oder später kommt sie fast immer beim Bewerbungsgespräch. Die Frage: Welche Sprachen sprechen Sie?
Hannes Mair ist Geschäftsführer von look4U, einem Unternehmen zur Jobvermittlung. Er weiß wie wichtig Sprachen heutzutage sind, um Karriere zu machen.


Eva Fischer: Herr Mair, sind die Sprachenkenntnisse in einem Bewerbungsgespräch tatsächlich ausschlaggebend?
Ja, natürlich ist vor allem meine fachliche Qualifikation von Bedeutung, aber wenn ich für ein Unternehmen arbeiten möchte, das auf dem internationalen Markt tätig ist, dann geht es ohne Fremdsprachen nicht. Ich habe schon sehr viele Bewerber gesehen, die zwar perfekt qualifiziert für einen Job waren, aber nicht genommen wurden, weil ein anderer mehr Sprachen beherrscht hat.


Für welche Jobs sind denn Sprachen besonders gefragt?
Es versteht sich von selbst, dass ich mehrere Sprachen brauche, wenn ich im Export eines international tätigen Unternehmens arbeite. Aber ich brauche sie auch als Personalleiter oder in der Technik. Es zieht sich mittlerweile durch fast alle Berufssparten: Eine Rezeptionistin im Hotel braucht das Englische, Französische, Spanische oder Russische genauso wie eine Verkäuferin in einer Boutique oder ein Kellner im Restaurant. Und selbst ein Handwerker braucht heute meist grundlegende Englischkenntnisse.


Würden Sie sagen, dass wir Südtiroler einen Vorteil auf dem internationalen Arbeitsmarkt haben, weil wir zweisprachig aufwachsen?
Auf jeden Fall. Es gibt sehr viele deutsche Unternehmen, die auf dem italienischen Markt präsent sind und umgekehrt, sie alle suchen zweisprachiges Fachpersonal und nicht selten werden sie gerade bei uns in Südtirol fündig. Wir Südtiroler nutzen unseren Vorteil allerdings noch zu wenig. Lange Zeit hatten wir keine Probleme, gute Jobs zu finden, doch die Wirtschaftskrise macht den Wettbewerb härter. Immer mehr Fachkräfte aus anderen Ländern drängen auf den Markt, suchen im Ausland nach Arbeit, weil sie zu Haus keinen finden. Und auch sie schlafen nicht, sie beherrschen oft mehr Sprachen als wir und werden zur ernstzunehmenden Konkurrenz.


Welche Sprachen sollte man können, um beruflich erfolgreich zu sein?
Das hängt natürlich ganz davon ab, in welcher Branche ich arbeite. Aber als Südtiroler sollten wir sehr gut Deutsch und Italienisch sprechen, Englisch ist ebenfalls wichtig und auch Spanisch, Chinesisch und Russisch gewinnen immer mehr an Bedeutung in Wirtschaft und Tourismus.


Die Verbände bieten ja immer mehr Kurse und Weiterbildung in Sachen Fremdsprachen an. Die Fachschule Laimburg beteiligt sich beispielsweise am EU-weiten Projekt Vinolingua, mit dem die Fremdsprachenkenntnisse gefördert werden. Ist den jungen Südtiroler Arbeitskräften die Wichtigkeit der Sprachen bewusst?
Teilweise ja, teilweise aber auch noch nicht. Wir haben in Südtirol sehr breite Möglichkeiten, was die Ausbildung betrifft, aber wir müssen uns noch mehr ins Zeug legen. Viele Südtiroler unterschätzen noch immer die Internationalität des Arbeitsmarktes.



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