Job auf Lebenszeit ade!

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Dienstag, 14. Januar 2014

Die Arbeitswelt hat sich in den vergangenen 20 Jahren massiv gewandelt. Während in der „Babyboom-Generation“ sehr viele einen einzigen, passenden Job für ihr gesamtes Berufsleben hatten, so ist heute das Thema „berufliche Tätigkeit“ sehr vielschichtiger und komplexer zu betrachten. Den einen Arbeitgeber auf Lebenszeit gibt es heute nur noch selten. Der Job auf Lebenszeit wird so langsam zum Auslaufmodell. Diese Situation bestätigen nicht nur zahlreiche Studien, es zeigt dies ganz eindeutig auch die Praxis. Schon seit Jahren machen Personalexperten auf diesen Trend aufmerksam.

Dies ist eine Tatsache, die an Brisanz gewinnt, berücksichtigt man die Altersverteilung der Umfrageteilnehmer einer entsprechenden Umfrage in Österreich: Demnach arbeiten 28 Prozent der 18- bis 29-Jährigen noch bei ihrem ersten Arbeitgeber. In der Gruppe der Über-50-Jährigen liegt dieser Wert mit 26 Prozent beinahe genauso hoch. Ebenso sticht ins Auge, dass mehr als ein Drittel (35 Prozent) der 18- bis 29-Jährigen bereits drei oder mehr Arbeitgeber hatte. Junge Menschen, besonders solche, die über einen höheren Bildungsabschluss verfügen, sind es auch, die mit Abstand am kürzesten bei ihrem aktuellen Unternehmen beschäftigt sind. Sie suchen sich ihre Arbeitgeber anhand eines für sie passenden Gesamtpakets aus, das sich aus Faktoren wie Gehalt, Zeiteinteilung, Entwicklungsmöglichkeiten, sonstigen Benefits, aber auch persönlicher Sympathie zur Branche und dem vermittelten Arbeitsklima zusammensetzt. Arbeitgeber tun heute deshalb gut daran, ihren potenziellen Kandidaten zu kommunizieren, was es bedeutet, für sie zu arbeiten, da „Fachkräfte“ immer seltener bereit sind, sich auf ein „Abenteuer“ einzulassen.

Das Ergebnis oben erwähnten Studien in Österreich zeigt unter anderem auf, dass ein großer Teil der österreichischen Arbeitnehmer entweder aktiv sucht oder zumindest offen für attraktive Angebote ist. Dies zeugt nicht nur von großem Vertrauen in die eigenen Qualifikationen, in die eigene Ausbildung, sondern kann von Unternehmen auf Mitarbeitersuche auch als Auftrag verstanden werden, sich selbst attraktiv am Arbeitsmarkt zu positionieren, um so von potenziellen Kandidaten auch wahrgenommen zu werden. Im Umkehrschluss heißt das aber auch für den „aktuellen Arbeitgeber“ die eigene Arbeitgebermarke zu stärken um bestehende Mitarbeiter bestmöglich zu halten. Entsprechende Personalmarketingmaßnahmen werden demzufolge strategisch gesehen immer wichtiger.

Interessant zu beobachten ist auch die Einstellung bzw. die Bewertung potenzieller Arbeitgeber gegenüber Arbeitnehmern in längerfristigen Arbeitsverhältnissen. Auch diese hat sich in den vergangenen Jahren oft deutlich geändert. Während noch vor 5-10 Jahren ein Arbeitnehmer auf Jobsuche unter anderem mit einer lange Firmenzugehörigkeit punkten konnte, so wird genau dieser Umstand, der Umstand einer „langen Firmenzugehörigkeit“, heute oft ganz gegenteilig interpretiert: Statisch, keine besondere Lust bzw. Motivation auf Veränderung, geringe Lernbereitschaft, zu starkes Sicherheitsdenken und wenig Bereitschaft sich selbst in Frage zu stellen, etc.. Wie man deutlich beobachten kann, Einstellungen und Werte ändern sich, ändern sich die Vorzeichen unserer wirtschaftlichen Situation.

Die Medien sprechen viel von Krise und die aktuellen Arbeitslosenzahlen verursachen nicht nur bei Wirtschaftsforschern Sorgenfalten. Geht es um das Thema Jobwechsel, ist die größte Herausforderung für Arbeitgeber schnell erklärt: Motivierte und qualifizierte Mitarbeiter finden und sie zu halten. Vor allem mit dem Halten gibt es jedoch Probleme – und diese werden sich in Zukunft noch stärker zuspitzen. Fakt ist, einen Arbeitgeber auf Lebenszeit gibt es heute nur noch selten. Und auf diesem Umstand müssen sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer einstellen. Nur so können beide mit einer entsprechenden persönlichen Einstellung aber auch den notwendigen Maßnahmen, das Beste aus der veränderten Situation machen.



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