Häufiger Mitarbeiterwechsel kostet!

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Samstag, 19. November 2016

Der Arbeitsmarkt heute ist schon lange nicht mehr von den klassischen Karrieren in einem, zwei oder höchstens drei Unternehmen gekennzeichnet. Die vielzitierten „lebenslangen Partnerschaften“ werden immer häufiger durch sogenannte "Lebensabschnittsjobs" ersetzt. Die Gründe hierfür sind die unterschiedlichsten: Marktbereinigung, Technologiewandel, Generationswechsel, Auslagerung von Dienstleistungen, Führungskräftewechsel und viele mehr. In vielen Unternehmen kommen und gehen die Mitarbeiter. Befristung, Vertretungen, Renteneintritt, aber auch Kündigungen oder einvernehmliche Auflösungen. Die Bewegung in der Personalstruktur gehört zum Joballtag, ist aber von der Geschäftsführung nur teilweise steuerbar. Wenn mehrere Mitarbeiter gleichzeitig oder innerhalb eines kurzen Zeitraumes, vor allem aber aus freien Stücken das Unternehmen verlassen, spätestens dann, sollte der Arbeitgeber aufmerksam hinschauen.

Nicht jede Eigenkündigung darf von vorne herein gleich als negativ interpretiert werden. Schließlich tut es jedem Team gut, wenn neue Leute, Leute mit frischem Know-how und großer Begeisterung ins Unternehmen kommen. Mitunter sind neue Mitarbeiter oft auch leistungswilliger oder leistungsfähiger. Zu unterscheiden ist allerdings ganz klar zwischen vermeidbaren und unvermeidbaren Entscheidungen seitens des jeweiligen Mitarbeiters, sich beruflich zu verändern. Vermeidbare Kündigungen fallen in erster Linie auf den Arbeitgeber zurück, d.h. sie werden von ihm selbst beeinflusst. Sie erfolgen, wenn sich unter den Mitarbeitern eine Unzufriedenheit breitmacht, der Arbeitgeber aber keinen Versuch unternimmt, die Situation zu verändern.

Es wird allgemein immer schwieriger gute Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Für bessere Konditionen, flexible Arbeitszeiten, gute Vereinbarung zwischen Familie und Beruf, sowie einer ansprechenden Unternehmenskultur und einem positiven Betriebsklima wird heutzutage oft schnell der Job gewechselt. Doch welche Auswirkungen hat das für ein Unternehmen und welche Kosten entstehen dabei wirklich? Die tatsächlichen Kosten, die durch die Abwanderung von „wertvollen“ Mitarbeitern entstehen, sind meist viel höher als vorerst angenommen. Einmal geht es darum diese zu ersetzen, was soviel heißt, dass in einem ersten Schritt mit einem Selektionsprozess begonnen werden muss, der zum einen Zeit, zum anderen aber auch Geld kostet und dies ganz unabhängig davon, ob ich denselben intern abwickle oder aber einem externen Dienstleister übertrage. Wird ein ausscheidender Mitarbeiter freigestellt oder steht der neue Mitarbeiter erst später zur Verfügung, muß die Zwischenzeit durch Mehrarbeit, Überstunden, Freizeit oder Zeitpersonal überbrückt werden. Dies verursacht in jedem Fall einen zusätzlichen Aufwand, der in der Regel zu zusätzlichen Kosten führt. Habe ich dann das Glück, den idealen Kandidaten gefunden zu haben, dann muss ich davon ausgehen, dass dieser seine Zeit brauchen wird, um sich am neuen Arbeitsplatz und mit der neuen betrieblichen Organisation zurechtzufinden. Das kann je nach Funktion nur wenige Tage, aber auch einige Wochen oder Monate in Anspruch nehmen. Und für diesen Zeitraum muss eingeschränkte Leistung eingeplant werden. Natürlich kann eine neue Kraft nicht von einem Tag auf den anderen alle Tätigkeiten übernehmen, die ein Mitarbeiter zuvor 10 Jahre lang gemacht hat. Dabei wird in der Regel das volle Gehalt ausbezahlt. Der neue Mitarbeiter muss von Kollegen und Führungskräften begleitet werden, die mit ihrer eigenen Arbeit nicht hinterherkommen und Überstunden aufbauen. Dazu kommen erneute Ausbildungskosten für Weiterbildungen und Schulungen. Darüber hinaus ist am Anfang mit einer hohen Fehlerquote und geringerer Leistung zu rechnen.

Natürlich gibt es dann auch noch versteckte Kosten, die im Vornhinein nicht ersichtlich sind. Dazu gehört zum Beispiel die Abwanderung von Kunden, welche eine enge Beziehung zu dem Mitarbeiter hatten. Darüber hinaus wird Know-How in ein anderes Unternehmen „mitgenommen“ und hilft eventuell der Konkurrenz weiter.

Die Zeit von hoher Fluktuation ist natürlich auch für die noch bestehenden Mitarbeiter schwierig. Sie leiden oft stark, da man geschätzte Kollegen verliert und unter einer ständigen Doppelbelastung arbeiten muss.

Wenn man oben genannte Kostenpunkte für eine bestimmte Stelle in einem Unternehmen zusammenrechnet, wird einem klar vor Augen geführt, wie viel der Weggang eines Mitarbeiters in einer bestimmten Position kostet. Unternehmen, die durch Fluktuation entstehenden Kosten genau reflektieren werden oft feststellen, dass die Kosten weit höher sind, als sie angenommen hatten. Investitionen um die Fluktuation zu verringern, könnten sich demnach schnell amortisieren. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich in den meisten Fällen um Punkte handelt, die in der Regel auch die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter erhöhen.



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