Gekündigt und was nun?

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Samstag, 29. August 2009

„Kündigungen betreffen nur andere, auf keinen fall mich!“ Vielleicht hatte das bis vor ein paar Jahren noch Gültigkeit. Eine Kündigung kommt für die Betroffenen oft völlig überraschend und unvorbereitet. Dies ist sehr bitter, besonders wenn man sich zum ersten Mal in einer solchen Situation wiederfindet und man sich bis zu diesem Zeitpunkt sehr stark mit dem Unternehmen identifiziert hat. Man war bisher ein sehr geschätzter Mitarbeiter und hielt sich sogar für „unentbehrlich“. Auch Führungskräfte in guter und gehobener Position sind immer öfter von Kündigungen betroffen. Steht man am Anfang seiner beruflichen Karriere, so ist dies vielleicht weniger tragisch. Früher oder später hätte man sowieso seinen Job gewechselt. Arbeitnehmer, welche aber bereits ein bestimmtes Dienstalter erreicht haben, vielleicht schon kurz vor ihrer Pensionierung stehen, sehen sich vielfach mit einer sehr schwierigen persönlichen Situation konfrontiert.

Wer seinen Arbeitsplatz verliert, verliert nicht nur sein gesichertes Einkommen. Der Verlust des Arbeitsplatzes heißt immer auch Bedeutungsverlust. Es ist ein schwieriger Einschnitt und in vielen Fällen mit einer deutlichen persönlichen Kränkung verbunden, die im ersten Moment einmal verarbeitet werden muss. Und dennoch nach einem ersten Schock lässt sich die vermeintliche Niederlage mit der richtigen Einstellung und der richtigen Strategie wieder in eine neue Chance und oft sogar in eine Verbesserung der beruflichen und persönlichen Situation umwandeln.

Entlassungen können heutzutage jeden Arbeitnehmer treffen. Umso wichtiger ist es, sich bei Zeiten über die Vorgehensweise im Falle einer eventuellen Kündigung zu informieren, um im Falle der Fälle sofort einen neuen Job zu bekommen. Veränderungen hinsichtlich der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens werfen ihre Schatten voraus: Hektik, Unsicherheit, sinkende Umsatzzahlen verheißen oft nichts Gutes. Eine Situation die signalisiert: Der Zeitpunkt ist gekommen, sich selbst auf dem Arbeitsmarkt umzuschauen. Man will ja nicht von den Ereignissen überrollt werden. Aus diesem Grund ist es auch ratsam, sich für seinen aktuellen Arbeitgeber zu interessieren und aktiv am betrieblichen Leben teilzunehmen. Nur so hat man nämlich auch die Möglichkeit, genauestens über die jeweilige Situation informiert zu sein. Viele werden sicherlich an dieser Stelle anmerken, dass es nicht immer so einfach wäre, auch wenn der Wille dazu vorhanden ist, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Richtig! Leichter gestaltet sich die Suche nach einem Arbeitsplatz für jene Arbeitnehmer, welche stets darum bemüht waren, sich über gezielte Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen persönlich wie beruflich weiterzuentwickeln. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kann man am wenigsten auf gut qualifiziertes Personal verzichten oder aber ist erst recht auf der Suche nach diesen Profilen. Gute Fachkenntnisse sind demzufolge eine sehr hohe Arbeitsplatzgarantie.

Sollte man am Ende dennoch den Arbeitsplatz verlieren ist es wichtig, sich nach einem ersten Schock Mut zu machen, sich auf die eigenen Stärken und Fähigkeiten zu besinnen, vor allem aber sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Man muss also selbst aktiv werden. Sicherlich hat man die Möglichkeit, eine erste Phase der Arbeitslosigkeit mit Mobilitäts- oder Arbeitslosengeld zu überbrücken. Diese Situation sollte sich jedoch nicht in die Länge ziehen. Man läuft nämlich Gefahr, sich allzu schnell an die Situation zu gewöhnen nichts zu tun und trotzdem ein „Einkommen“ zu beziehen und verliert somit die Lust, gefordert zu sein und „Leistung“ zu erbringen. Auch macht dies keinen positiven Eindruck auf einen zukünftigen Arbeitgeber, bleibt man für längere Zeit, ohne nachvollziehbare Begründung, arbeitslos. Selbst aktiv zu werden bedeutet, alle Möglichkeiten zu nutzen, sei die direkte Ansprache von potenziellen Arbeitgebern oder aber die Inanspruchnahme von öffentlichen oder privaten Arbeitsvermittlern, um so schnell wie möglich den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben zu schaffen. Einen Arbeitsplatz zu haben bedeutet nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern bedeutet auch persönliche Bestätigung.


von Dr. Hannes Mair
Dolomiten-Beilage M@rkt vom 29.08.2009



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