Freundschaft am Arbeitsplatz bedarf Fingerspitzengefühl

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Samstag, 26. Juli 2014

Freundschaften sind auch in der Arbeitswelt ein großes und komplexes Thema, das zudem auf der Führungsebene anders gelebt wird als unter den Mitarbeitern. So ist es eine Art ungeschriebenes Gesetz, dass Freundschaft in der Führungsetage in der Regel – Ausnahmen gibt es natürlich immer – wenig verloren hat, in machen Realitäten sogar „verboten“ ist. Führungskräfte kennen einander, gehen vielleicht gemeinsam golfen oder laden sich zum Essen ein, sie verbindet jedoch im Regelfall aber keine Freundschaft. Diese Bindung lässt sich am besten mit „Netzwerken“ beschreiben, und dieses Netzwerken ist mit echter Freundschaft nicht zu verwechseln.

Es ist ganz klar, dass Freundschaften am Arbeitsplatz ein gewisses Risiko beinhalten: Die Vermischung von Beruf und Privatem kann durchaus problematisch werden. Schließlich muss man an seinen Kollegen auch mal Kritik üben und auch in Stresssituationen die Nerven behalten – das Konfliktpotenzial geht weit über das einer Freundschaft im privaten Rahmen hinaus. Noch schmerzhafter als die Erkenntnis, dass die Luft oben eben auch für echte Freundschaften dünn ist, wenn der Kollege und Freund plötzlich zum Chef geworden ist. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine solche Freundschaft auf verschiedenen Ebenen oft zum Scheitern verurteilt ist. Besonders schwer ist dieser Wechsel vom Kollegen zum Vorgesetzten dann, wenn auch die beiden Familien befreundet sind und es zu unangenehmen Situationen kommt

Freundschaften im Berufsleben sind wunderbar, aber keine Selbstläufer. Falsche Erwartungen, Neid oder Konkurrenzsituationen können zu Konflikten führen. Wer sich privat gut versteht, muss nicht automatisch gut zusammenarbeiten. Der größte Fehler ist es anzunehmen, dass alles so bleibt wie bisher. Es ist wichtig, dass man seine Erwartungen aneinander definiert und sich klar darüber austauscht, was die neue Situation bedeutet. Wenn es erst zu einem Streit gekommen ist, ist es oft schon zu spät. Wer sowohl beruflich als auch privat harmonieren möchte, sollte einige Regeln beachten.

Berufliches sollte von Privatem die emotionale Ebene betreffend unbedingt getrennt werden. Kritik an der eigenen Arbeitsweise sollte nie als Kritik am eigenen Charakter verstanden werden. Dem Freund und Kollegen darf es nicht übel genommen werden, wenn einem dieser einen Verbesserungsvorschlag macht. Auch ihm fällt es sicherlich nicht immer leicht. Spätestens nach Feierabend sollte Gras über die Sache gewachsen sein. Fernen dürfen  Freundschaften auf keinen Fall dazu „benutzt“ werden, um den eigenen beruflichen Aufstieg zu beschleunigen oder zu sichern. „Vetternwirtschaft“ lässt einen in ein schlechtes Licht rücken und es ist nicht hilfreich, wenn die eigenen Kollegen mutmaßen, dass man nur durch die richtigen Beziehungen an eine höher dotierte Stelle gekommen wäre. Auch kann die Freundschaft zu einem Vorgesetzten ganz schnell enden, wenn auf Basis persönlicher Vertrautheit um eine Beförderung gebeten wird. Zudem sollte man vor sogenannten „falschen Freunden“ in Acht nehmen. Bevor aus reiner Kollegialität echte Freundschaft wird, vergeht in der Regel so einige Zeit. Es gilt vorsichtig zu sein, mit wem man private Informationen austauscht oder auch mal den Vorgesetzten kritisiert.

Freundschaften am Arbeitsplatz sind etwas Wunderbares, das einem den Arbeitsalltag verschönern und das Betriebsklima allgemein verbessern kann. Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl und dem richtigen Maß an Zurückhaltung muss (und sollte) niemand darauf verzichten.



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