Feedback von Mitarbeitern einholen!

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Freitag, 2. November 2012

Mitarbeiterbefragungen haben in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Unternehmen haben erkannt, dass ihre Mitarbeiter eine zentrale Rolle für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit spielen: Da zufriedene Mitarbeiter sowohl das Unternehmensimage auch die Unternehmensziele ohne zusätzliche „Werbekosten“ auf eine authentische und positive Art und Weise nach innen wie nach außen tragen, sind sie die ersten und die wichtigsten „Multiplikatoren“ und tragen somit entscheidend zum Erfolg ihres Unternehmens bei. Eine Mitarbeiterbefragung ist deshalb mehr als „nur“ eine Umfrage im Unternehmen. Sie ist ein umfassendes „Change-Projekt“, mit dem Ziel, das Engagement der Mitarbeiter zu fördern, die Loyalität zu erhöhen, das Führungsverhalten zu verbessern und Talente stärker an das Unternehmen zu binden. Eine Mitarbeiterbefragung muss gerade aus diesem Grund von Anfang an professionell geplant, kommuniziert und strategisch in den jeweiligen Unternehmenskontext eingebunden werden.

Besteht seitens des Unternehmens ernsthaftes Interesse daran, die internen Prozesse bzw. Abläufe nachhaltig zu verbessern, sind Ideen, Anregungen, Beobachtungen und Einschätzungen der eigenen Belegschaft äußerst wertvoll. Im kollektiven Urteil nämlich steckt oft mehr Wahrheit, als in Einzelmeinungen vermeintlich externer Experten. Durch professionell durchgeführte Mitarbeiterbefragungen gewinnen Unternehmen Erkenntnisse über Wünsche, Meinungen, Einstellungen, Erwartungen  und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter und können somit das Potential ihrer Belegschaft besser ausschöpfen. Anders als der Austausch im Arbeitsalltag ermöglichen professionell durchgeführte Mitarbeiterbefragungen eine repräsentative Darstellung der daraus gewonnenen Informationen. Daraus lassen sich Problemschwerpunkte erkennen und konkrete Anhaltspunkte bzw. Ansatzpunkte für Veränderungen und Verbesserungen ableiten. Durch eine differenzierte Auswertung lassen sich Stärken und Schwächen verschiedener Abteilungen, Bereiche oder Standorte systematisch abbilden. Den Führungskräften steht durch das Instrument der Mitarbeiterbefragung ein aussagekräftiges und differenziertes Feedbacksystem zur Verfügung, das somit auch der Korrektur des eigenen Führungsverhaltens dienen kann. Kommunikations- und Kooperationsprozesse innerhalb oder zwischen Abteilungen und Bereichen lassen sich ebenso abbilden wie Aspekte der Produktivität und Effizienz oder der Grad der Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen. Die Verbesserung von Prozessen, Strukturen und Bedingungen kann nach einer Mitarbeiterbefragung gezielt und mit notwendigen Prioritäten erfolgen. Der von den Mitarbeitern beobachtete Fortschritt wird der eigenen Initiative zugeschrieben. Dies führt zu mehr Bindung an das Unternehmen, zu mehr Engagement und Motivation.

Eine Mitarbeiterbefragung sollte dann durchgeführt werden, möchte ein Unternehmen Punkte bzw. Themen wie Bindung der Mitarbeiter an das Unternehmen, Engagement und Motivation der Mitarbeiter, Führung und Zusammenarbeit, Qualitäts- und Kundenorientierung, Kommunikation und Zusammenarbeit gezielt erheben und messen, um diese nachhaltig zu verbessern. Es sollten dabei keinerlei Kompromisse hinsichtlich Qualität der Mitarbeiterbefragung eingegangen werden. Projekte die misslingen, richten mehr Schaden an, als sie Nutzen bringen. Häufig scheitern Projekte an Faktoren wie: unzureichende oder ungeschickte Argumentation gegenüber Mitarbeiter und Führungskräfte, fehlende Überzeugung und Unterstützung der Geschäftsleitung, nicht eingebundene Führungskräfte, mangelnde Vertraulichkeit und Anonymität, schlechte Erfahrungen der Mitarbeiter in diesem Bereich, das formale und nur halbherzige Durchführen der Maßnahme, um nur einige zu nennen.

Es ist nicht Ziel einer Mitarbeiterbefragung, möglichst gute Bewertungen zu generieren, sondern Daten zu gewinnen, auf deren Grundlage Maßnahmen zur systematischen und nachhaltigen Prozess- und Qualitätsverbesserung aufgesetzt werden können. Mitarbeiterbefragungen aus Eitelkeit ("bester Arbeitgeber") sind mittelfristig kontraproduktiv für die Glaubwürdigkeit eines substantiellen Veränderungsprozesses. Es darf dabei keineswegs unterschätzt werden, dass durch das Durchführen einer Mitarbeiterbefragung sowohl seitens der Mitarbeiter als auch der Führungskräfte eine bestimmte Erwartungshaltung hinsichtlich Verbesserungsmaßnahmen geschaffen wird, welche keineswegs enttäuscht werden darf. Es muss letztendlich gehandelt werden.



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