Einen Jobwechsel wagen

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Samstag, 27. März 2010

Denken auch Sie schon lange über einen Jobwechsel nach? Suchen Sie täglich nach passenden Angeboten und warten nur darauf, Ihrem heutigen Arbeitgeber den Rücken zu kehren? Überstürzen Sie nichts! Bleiben Sie ruhig und lassen Sie sich nicht frustrieren. Im Gegensatz zu vielen anderen haben Sie den Vorteil ein festes Arbeitsverhältnis zu haben. Sie haben also genügend Zeit, Ihre Fühler auszustrecken, die notwendigen Kontakte aufzubauen und sich nach interessanten Alternativen umzusehen.

Bevor man so einfach „alles hinwirft“ und einen Jobwechsel ins Auge fasst, wäre es sinnvoll, sich die Frage zu stellen, warum man überhaupt in diese Situation gekommen ist. Warum will ich denn überhaupt meinen Job wechseln? Was ist denn, was mir an meinem heutigen Job nicht passt? Was will sich ändern, welche sind meine Erwartungen? Und eine weitere wichtige Frage, die sich viele Arbeitssuchende nicht stellen, ist die, ob in einem offenen und ehrlichen Gespräch mit dem aktuellen Arbeitgeber sogar eine Lösung für die eigene Unzufriedenheit gefunden werden könnte und sich ein Arbeitsplatzwechsel am Ende erübrigen würde. Vielleicht sollte diese Überlegung gar an den Anfang gestellt werden. Viele Initiativen in Richtung Arbeitsplatzwechsel basieren vielfach auf Missverständnisse und mangelnder Kommunikation im Unternehmen selbst. Nur wenn ich auch diese grundlegenden Punkte geklärt habe, so kann ich in meiner Jobsuche erfolgreich sein oder aber muss erst überhaupt nicht Job wechseln.

Auch wenn man innerlich bereits gekündigt hat, sollte man sich bitte nicht dazu verleiten lassen, nur noch das Notwendigste zu tun, im Unternehmen schlechte Stimmung zu verbreiten oder aber sich mit seinen Vorgesetzen anzulegen. Bis zum letzten Arbeitstag sollte man sich professionell verhalten und sich nichts zu Schulden kommen lassen. Dies ist man sich in erster Linie selber schuldig. Wie wir alle wissen, ist die Welt ein Dorf und im Leben begegnet man sich bekanntlich immer zweimal. Zudem holen Personaler oder potentielle Kunden gerne Referenzen ein. Aus diesem Grund ist es nicht unbedingt förderlich, wenn diese Referenz negativ ausfällt.

Wenn man sich letztendlich dennoch dafür entschieden hat, seinen Arbeitsplatz zu wechseln, empfiehlt es sich, dies aus einer gesicherten Position heraus zu tun. Man kann sich somit viel entspannter und selbstsicherer bewegen und verspürt dabei auch keinerlei finanziellen Druck, das erstbeste Arbeitsangebot annehmen zu müssen. Jeder Arbeitssuchende wird bestätigen, dass es wesentlich schwerer ist, einen neuen Job zu finden, wenn man bereits ohne Anstellung ist. Deshalb ist dringend davon abzuraten, sich erst dann auf Jobsuche zu begeben, wenn man bereits gekündigt hat. Mit einer aktiven Jobsuche muss bereits im Moment vom ersten Kündigungsgedanken an begonnen werden. Auch wenn sich nach einiger Zeit des „Suchens“ noch keine sinnvolle Alternativen abzeichnen, ist es dennoch besser weiter auszuharren.

Leider kommt es auch immer wieder vor, dass sich Arbeitnehmer zwar auf die Arbeitssuche begeben, aber kein wirkliches Interesse daran haben, ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Sie befinden sich in einer momentanen Phase der Unzufriedenheit, haben aber nicht den Mut dazu, diese mit dem aktuellen Arbeitgeber anzusprechen. Sie lassen sich ein konkretes Arbeitsangebot unterbreiten und in dem Moment, in dem sie dem neuen potenziellen Arbeitgeber zusagen müssten, entscheiden sie sich dafür, weiterhin beim aktuellen Arbeitgeber zu bleiben. Im Moment der Kündigung hat man letztendlich eventuelle Missverständnisse ausräumen können. Dieses Verhalten ist dem neuen potenziellen Arbeitgeber gegenüber keineswegs korrekt. Wenn, sollte man, wie bereits eingangs erwähnt, den Mut und die Fairness aufbringen, eventuelle Gründe der Unzufriedenheit bei Zeiten auch ganz konkret anzusprechen und den Versuch unternehmen, einer Lösung zuzuführen. Erwartungshaltungen zu schaffen und einen persönlichen Vorteil daraus ziehen zu wollen, ist keineswegs professionell.


von Dr. Hannes Mair
Dolomiten-Beilage M@rkt vom 27.03.2010



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