Das heiße Eisen Kündigung

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Samstag, 21. Mai 2016

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden viele Führungskräfte im Laufe ihres Berufslebens in die Situation kommen, einen ihrer Mitarbeiter entlassen zu müssen. Eine wirkliche Herausforderung, die keinen so wirklich kalt lässt. Und gerade aus diesem Grund ist es auch durchaus verständlich, wenn Führungskräfte der Versuchung erliegen, diese Kündigungsgespräche zu vermeiden, sie immer wieder auszuschieben oder an andere zu delegieren.

Wie eben erwähnt, ist dieses Verhalten verständlich, aber sicherlich nicht richtig! Es gibt nämlich Aufgaben, die sollten eine Führungskraft nicht delegieren. Es gibt Aufgaben, die gehören zur Rolle als Führungskraft und dazu gehört eben auch das Kündigungsgespräch. Wer sich davor drückt, verhält sich emotional ähnlich, wie der, der sich z.B. von seinem Partner per SMS trennt. Und das passt schon mal gar nicht, zumal die psychische Belastung des gekündigten Mitarbeiters ohnehin deutlich heftiger ausfällt, als jene des Vorgesetzten. Die Auswirkungen einer Entlassung sind meist drastisch.

Als Führungskraft sollten Sie sich deshalb gut auf diese Situation vorbereiten – organisatorisch wie auch emotional. Es gibt ein paar Prinzipien, die Sie bei einem Kündigungsgespräch unbedingt beachten sollten. Darauf möchte ich heute näher eingehen.

Die Gründe, warum sich ein Unternehmen von einem Mitarbeiter trennt, können sehr unterschiedlich sein: z.B. wird eine fristlose Kündigung ausgesprochen, weil sich der Mitarbeiter etwas Gravierendes zu Schulden hat kommen lassen; der Mitarbeiter verhält sich trotz mehrmaliger Abmahnungen vertragswidrig; dem Mitarbeiter wird aus betrieblichen Gründen gekündigt. Unabhängig vom genauen Grund, sollte sich eine Führungskraft in organisatorischer wie emotionaler Hinsicht gründlich auf eine derartige Situation vorbereiten. Was aber sollte bei einem Kündigungsgespräch genau berücksichtig werden?

Hält sich ein Mitarbeiter nicht an bestimmte Regeln oder Vorgaben, dann sollte ihm dieses Fehlverhalten immer wieder beginnend mit einer Ermahnung bis hin zur Abmahnung mitgeteilt werden. Wenn das richtige „Procedere“ eingehalten wird, dann kommt ein eventuelles Kündigungsgespräch keineswegs überraschend. Das Kündigungsgespräch ist dabei immer Chefsache. Es kann, es darf nicht delegiert werden. Eine Kündigung muss fair, anständig, mit Respekt und Achtung vor dem „Mensch“ Mitarbeiter erfolgen. Das kann nur dann der Fall sein, wenn man bereits im Vorfeld konsequent war und sich nicht davor gescheut hat, ein eventuelles Fehlverhalten auch klar zur Sprache zu bringen. Zudem versteht es sich von selbst, dass Kündigungsgespräche gut vorbereitet sein müssen. So z.B. sollten rechtliche Grundlagen im Vorfeld ausführlich mit der Personalabteilung oder mit einem Rechtsanwalt geklärt werden. Wenn man sich dafür entschieden hat, jemandem zu kündigen, so muss auch die juristische Seite unbedingt geklärt sein, um bösen Überraschungen zu vermeiden.

Wird das Kündigungsgespräch geplant, so sollte darauf geachtet werden, dass dasselbe in einem diskreten Rahmen ablaufen und ohne zeitlichen Druck geführt werden kann. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass man bei solch sensiblen Gesprächen immer wieder gestört wird. In Gespräch selbst ist es dann wichtig, nicht lange um den heißen Brei herumzureden. Nach einer kurzen Einleitung sollte man zum „Eingemachten“ kommen. Jeglicher Smalltalk ist völlig unangebracht. Worte wie Kündigung oder Trennung müssen ausgesprochen werden! Zudem sind Kündigungsgespräche keine Diskussionsrunde. Die Entscheidung ist gefallen und sie muss begründet werden. Es ist darauf zu achten, den betroffenen Mitarbeiter nicht persönlich azugreifen, zu kränken oder zu beleidigen. Sachlichkeit ist angesagt, d.h. man muss sich auf die Darstellung von Fakten beschränken. Ein Kündigungsgespräch ist so zu führen, dass alle Teilnehmenden ohne großen Gesichtsverlust auseinander gehen können. Je nachdem wie der Mitarbeiter die Kündigung emotional aufnimmt, kann man sich auch dafür entscheiden, etwaige Details der Trennung in einem zweiten Gespräch zu besprechen.

Die Kündigung eines Mitarbeiters hat natürlich auch Auswirkungen auf das restliche Team, vor allem aber wie eine solche Kündigung abläuft. Als Vorgesetzter muss man seinem Team deshalb möglichst zeitnah nach dem Kündigungsgespräch gegenübertreten und klar Stellung nehmen ohne jedoch Details zu erwähnen.

Trotz allem sind Kündigungsgespräche auch für Führungskräfte belastend, auch wenn sie sich immer respektvoll und fair verhalten und alles richtig gemacht haben. Wie aber oben betont, muss die Führungskraft dieses höchst sensible Gespräch selbst führen und nicht an andere delegieren. Das ist man seinem Mitarbeiter einfach schuldig. Die Fähigkeit, mit solchen unangenehmen Situationen umgehen zu können, zeichnet letztendlich eine gute Führungskraft aus.



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