Altersgerechte Arbeitszeitmodelle!

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Samstag, 4. Mai 2013

Angesichts des demographischen Wandels, müssen sich Unternehmen immer mehr auf eine älter werdende Belegschaft einstellen. Vieles deutet nämlich darauf hin, dass zum einen das Rentenalter mittelfristig noch weiter heraufgesetzt und zum anderen der Bedarf an älteren Mitarbeitern auch infolge des demografischen Arbeitskräftemangels weiter ansteigen wird. Immer mehr Betriebe haben erkannt, dass es aus eben besagten Gründen sehr sinnvoll ist, frühzeitig entsprechende personalpolitische Maßnahmen zu setzen, um diesen Trends entgegenzuwirken. Neben einem sinkenden Erwerbspersonenpotenzial werden die Betriebe es zukünftig zunehmend mit alternden Belegschaften zu tun haben.

Vor dem Hintergrund der prognostizierten Veränderungen gewinnen innovative altersgerechte Arbeitszeitmodelle immer mehr an Bedeutung. Neben und in Kombination mit Maßnahmen der Personal- und Organisationsentwicklung können sie dazu beitragen, dass Menschen dauerhaft am Erwerbsleben teilhaben und ältere Beschäftigte möglichst ohne gesundheitliche Einschränkungen länger als bisher „sinnvoll“ und „wirtschaftlich“ im Betrieb eingesetzt werden können. Flexible Arbeitszeiten können ein entscheidendes Instrument des Altersmanagements sein, welches die Bindung älterer Arbeitnehmer dahingehend fördert, indem man ihnen dabei hilft, sich den körperlichen und geistigen Veränderungen in Folge des Alterungsprozesses anzupassen. Besonders bei körperlich anspruchsvoller, bei stressiger Arbeit oder wenn sich ältere Arbeitnehmer dem Pensionsalter nähern, kann dieser ein sehr interessanter Lösungsansatz sein. 

Welcher Mehrwert, welcher Nutzen ergibt sich dabei für Betriebe? Die Betriebe haben heute aufgrund der sich abzeichnenden Fachkräfteknappheit ein Interesse daran, ihre Mitarbeiter länger, als dies früher üblich war, an den Betrieb zu binden. Die älteren Mitarbeiter besitzen wertvolles fachliches und betriebliches Wissen und sie bringen ihre langjährige Erfahrung in den Betrieb ein. Ihr vorzeitiger Weggang bedeutet oft einen großen Wissensabfluss. Wenn es Betrieben gelingt, durch individuelle und altersgerechte Arbeitszeitmodelle ihr längeres Bleiben zu gewährleisten, dann steht ihnen nicht nur die ‚reife und vor allem fachlich kompetente Arbeitskraft’ länger zur Verfügung, sie sparen auch Krankheitskosten, die ohne eine Anpassung der Arbeitszeit an die Situation der älteren Beschäftigten oft nicht möglich wäre.

Wie kann dabei vorgegangen werden? Grundsätzlich hat ein Unternehmen zwei Möglichkeiten, altersgerechte Arbeitszeiten zu praktizieren. Es kann dem Mitarbeiter ab einem bestimmten Lebensalter die Chance einräumen, jeweils für einen bestimmten Zeitraum, z.B. für ein Jahr, den Umfang der Arbeitszeit selbst zu wählen. Der Mitarbeiter legt sich diesen Zeitraum fest und kann, sollte sich etwa durch die kürzere Arbeitszeit ein finanzieller Engpass ergeben, wieder auf die Normalarbeitszeit zurückgehen. Die Arbeitszeit kann aber auch definitiv geregelt werden, immer im beidseitigem Einverständnis, indem man ab einem bestimmten Alter eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden vereinbart, welche ab einem bestimmten Zeitpunkt auch noch weiter verkürzt werden kann. Ein entsprechender Anreiz könnte auch damit geschaffen werden, indem ein gewisser finanzieller Ausgleich gezahlt wird. Ferner bleibt in jedem Falle die Möglichkeit, das Lebensarbeitskonto für eine frühere Beendigung des aktiven Berufslebens zu nutzen.

Viele Betriebe und Mitarbeiter  kennen nur ein traditionelles Modell in der letzten Phase des Erwerbslebens: gleich bleibende Arbeit, steigender Lohn. Das wird den Wünschen und Erwartungen beider Parteien aber in vielen Fällen nicht gerecht. Es gibt viele Gründe dafür, dass sich Arbeitgeber und Mitarbeiter frühzeitig und gemeinsam um kreativere, angepasste Lösungen - sprich um Altersteilzeit bemühen. Das kommt beiden Interessen entgegen und sollte viel konsequenter und häufiger konzipiert und umgesetzt werden.?



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