Absagen nicht persönlich nehmen

News
Samstag, 14. November 2015

Man hat viel Zeit in den Bewerbungsprozess investiert, sich alle möglichen Gedanken dazu gemacht, sich ernsthaft vorbereitet! Und dann kommt folgende Mitteilung per Email: „Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir uns für einen anderen Bewerber entschieden haben.“ Echt schade! denkt man sich in diesem Moment. Der Job hätte super gepasst!

Aber von einer Sache kann man schon mal ausgehen: Jeder, der sich bewirbt, muss auch mit einer Absage rechnen. Dies gilt für den qualifizierten Manager wie den einfachen Sachbearbeiter. Und es gibt die unterschiedlichsten Gründe dafür. Im Entscheidungsprozess findet nämlich immer wieder folgendes Motto Bestätigung: „Es ist nicht der Beste der Geeignetste, sondern der Geeignetste der Beste!“ Überqualifikation, personalpolitische Hintergründe, das Thema Lohn bzw. Gehalt, wirtschaftliche Rahmenbedingungen, persönliche Chemie, das sind nur einige Beispiele, weshalb der Negativentscheid nicht auf die eigene Person, sondern vielmehr auf das jeweilige Unternehmen zurückzuführen ist.

Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, dass eine eventuelle Job-Absage auch richtig aufgenommen wird, was soviel heißt, dass dieselbe richtig interpretiert werden muss. Man darf sich nicht allzu sehr über Absagen wundern, sondern sollte sich vielmehr vor Augen halten, dass ca. 90% aller Bewerber Absagen erhalten! Ferner erhalten wir Absagen ja nicht nur wenn es um einen Job geht, sondern auch in vielen anderen Situationen im Leben: Wohnungssuche, Partnerschaft u.v.m..

In erster Line ist es wichtig, eventuelle Absagen möglichst nicht „persönlich“ zu nehmen! Der Fehler bzw. Grund muss nicht nur bei einem selbst, sondern kann gleich so gut bei der Gegenseite liegen. Absagen können deshalb auch als gutes Training betrachtet werden!

Dennoch darf ein eventueller Grund oder Fehler nicht nur bei der Gegenseite gesucht werden. Selbstkritische Fragen wie: Kann ich etwas besser machen? Was kann ich besser machen? Wie kann ich es besser machen? sollte man sich nach jedem Gespräch stellen. Aber dabei sollte es nicht bleiben. Auch andere Themen sollte man selbstkritisch analysieren: Bringe ich die gewünschten Voraussetzungen mit? Warum sollte gerade ich der ideale Kandidat fürs Unternehmen sein? Habe ich den Erwartungen des Unternehmens entsprechen können? Hat die Chemie überhaupt gepasst?

Dazu gehört auch die genaue Analyse, in welcher Phase des Bewerbungsprozesses es überhaupt zur Absage gekommen ist. Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man vor oder nach dem ersten bzw. zweiten Vorstellungsgespräch eine Absage erhalten hat. Ferner sollte man unbedingt herausfinden, weshalb überhaupt eine Absage erteilt worden ist! Es empfiehlt sich in diesem Zusammenhang, ohne zu aufdringlich oder hartnäckig zu wirken, mit den entsprechenden Entscheidungsträgern auf eine höfliche Art und Weise in Kontakt zu treten, um ein ehrliches Feedback zu bekommen. Auf ein „ehrliches“ Feedback zu bestehen oder dies mit Druck einzufordern, das macht überhaupt keinen Sinn.

In jedem Fall ist zu vermeiden, eine Absage „herumdrehen“ zu wollen oder aber „krampfhaft“ und mit Hartnäckigkeit zu erklären versuchen, warum man im Zuge des Auswahlverfahrens die eigenen Stärken nicht so richtig ausspielen konnte oder aber nicht in „Topform“ war. Das wirkt unprofessionell, oft sogar peinlich.

Erfolglose Bewerbungen gehören einfach zum Lernprozess. Man darf nur nicht den Fehler begehen, diesen Rückschlag als negatives Feedback zur eigenen Person oder Erfahrung zu werten. Vielmehr sollte die vermeintliche Niederlage den nötigen Kick freisetzen, es trotz Absage einfach weiter zu versuchen. Irgendwann klappt es bestimmt – nur manchmal kann es eben etwas länger dauern.



Diese Webseite benutzt technische Cookies und jene von Drittanbieter. Klicken Sie hier, um weitere Informationen dazu zu erhalten, oder deren Verwendung zu verweigern.
Durch die weitere Nutzung dieser Webseite, wird die Verwendung von Cookies akzeptiert.

Schließen